Das Bilderberg-Treffen 2015 im Spiegel der Medien

– Anzeige Partnershop-
amazon-gif-grewi-2

Bilderberg 2015

Nur wenige Tage nach dem diesjährigen G7-Gipfel findet das ominöse Bilderberg-Treffen in auffallend räumlicher Nähe statt…

Dass der G7-Gipfel dieses Wochenende mit Kosten von 130 bis 360 Millionen Euro im bayrischen Elmau stattfand, hat wohl auch der letzte Lemming durch die ausgiebige Berichterstattung mitbekommen. Was viele aber nicht wissen, ist, dass im Anschluss daran in dieser Woche das sogenannte "Bilderberg-Treffen" nur 30 Kilometer südlich davon in Österreich (Telfs-Buchen) stattfindet. Bei der Bilderberg-Konferenz 2015 nehmen laut Ladungsliste der offiziellen Bilderberg-Webseite folgende acht Personen aus Deutschland teil:

  1. Achleitner, Paul M. – Chairman of the Supervisory Board, Deutsche Bank AG
  2. Döpfner, Mathias – CEO, Axel Springer SE (Bild-Zeitung)
  3. Enders, Thomas – CEO, Airbus Group
  4. Jäkel, Julia – CEO, Gruner + Jahr
  5. Kaeser, Joe – President and CEO, Siemens AG
  6. Lauk, Kurt – President, Globe Capital Partners
  7. Leyen, Ursula von der – Minister of Defence (!)
  8. Suder, Katrin – Deputy Minister of Defense

Wikipedia beschreibt diese angeblich unpolitischen Treffen mit lediglichem Kaffeekränzchen-Charakter wie folgt: „Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle, private Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel.“  (http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz ).

Man kann also sagen, dass sich hier etwa 130-150 Personen der westlichen Elite (Regierungschefs, Minister, Verlagseigner, Chefredakteure, Großkonzern- und Bankvorstände, NATO-Generäle, Hochadel etc.) hinter verschlossenen Türen einmal jährlich an wechselnden Orten und Ländern auf Teilkosten der Steuerzahler (Sicherheitspersonal, Reisekosten, ..) geheimniskrämerisch versammeln – denn von den Inhalten darf nichts nach außen dringen (wenngleich einige ihrer Sitzungsprotokolle aus den Anfangsjahren geleakt wurden, siehe unten). Wurde anfangs (Gründung 1954 im niederländischen Hotel Bilderberg) und lange Zeit danach trotz der Vielzahl teilnehmender (Polit-)Prominenz überhaupt nicht über diese Treffen berichtet, so konnte man im Zuge des Internets auch die Massenmedien dazu drängen, einige (wenige) Zeilen darüber zu schreiben.

Erst heute (8.6.2015) bspw. auf der LIVE-Pressekonferenz von Angela Merkel zu den Ergebnissen des G7-Gipfels stellte ein mutiger Journalist – vermutlich holländischer Herkunft laut Akzent – an die Kanzlerin die Frage, ob sie denn auch zum anschließenden Bilderberg-Treffen geladen wäre. Sie verneinte, antwortete gewohnt ausweichend und beendete nach dieser Frage die Pressekonferenz plötzlich. Die Live-Schaltung wurde vom Sender Phoenix ausgestrahlt und die betreffende Frage um exakt 15.28 Uhr gestellt – bisher gibt es noch keine Kopie der Konferenz in der Mediathek (Nachtrag: jetzt doch verfügbar auf Youtube, Bilderberg-Frage an Merkel ab Minute 46:45) . Es zeigt aber, dass das Thema der Bilderberg-Konferenz zunehmend im Journalismus anzukommen scheint.

Und auch sonst scheint diese ominöse Konferenz vermehrt in den medialen Fokus zu rücken – zwar noch nicht bei den Leitmedien (siehe Update), wohl aber anderen bekannten Formaten wie dem Handelsblatt und kleineren Zeitungen. Hierzu eine kleine Auflistung der Medien, die über das Bilderberg-Treffen 2015 berichtet haben:

Nachtrag 09.06.2015: auch Spiegel Online schreibt über die Bilderberger – so halb zumindest

Ja ist das denn zu glauben? Jahrzehnte lang hüllten sich die Leitmedien über diese Konferenz in Schweigen und nun berichtet gar der Spiegel darüber; wobei hier vielmehr der klägliche Versuch unternommen wurde, in einer unlustigen Satire die Kritik an diesem Gipfel diskussionslos als typische Verschwörungs-Spinnerei abzuwatschen.

Ein Foren-Nutzer schreibt sogar in all seiner Unwissenheit selbstbewusst wie falsch über die Bilderberg-Treffen:

Da wird nix vom Steuerzahler bezahlt! Selbst wenn da 3 Polizisten mehr stehen dann werden die nicht extra neu eingestellt sondern hätten ihr Gehalt sowieso bekommen.
Das Treffen selbst ist privat finanziert.

Soviel voller Stolz verkündete Unwahrheit tut beinahe weh – und so war jenem Systemlemming dann auch entsprechend zu antworten:

Sie sind das typische Beispiel für einen falsch aufgeklärten – also verklärten – Online-Foristen, der großspurig annimmt, die Wahrheit längst gepachtet zu haben und diese nun den achso-verrückten Kritikern in aller Erhabenheit veräußern zu können. Der Steuerzahler muss nämlich sehr wohl für einen Teil der Kosten aufkommen. Der deutsche Bundestag bspw. übernimmt die geltend gemachten Reisekosten ihrer dort geladenen MdB-Abgeordneten (Quelle: http://www.abgeordnetenwatch.de/eckart_von_klaeden-650-5605–f115466.html , der auch sonst recht interessante Einblicke aus seiner Teilnahme an diesem Konferenzformat gibt, z.B.: "Auf der Konferenz können sie [in einer nahezu einzigartigen Gesprächsatmosphäre] ungehindert und offen über aktuelle Probleme der Weltpolitik und –wirtschaft diskutieren.")

Aber auch die Sicherheitskosten des extra abgestellten Polizeipersonals wurden offiziell mind. im Jahre 2011 in der Schweiz zur Hälfte durch den Bund getragen. (Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz#Finanzierung unter Bezugnahme auf schweizerische Medien). Und da stehen dann auch nicht "3 Polizisten mehr", sondern es fallen Kosten an, die man dieses Jahr in Österreich auf ca. 2,8 Millionen Euro beziffert!  (Quelle: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4741463/BilderbergTreffen_Gegner-setzen-auf-Protestmarsch )

Es stellt sich also zunächst schon die Frage, weshalb vorgeblich rein private, apolitische Konferenzen aus öffentlichen Geldern finanziert werden (müssen)? Und als zweites stellt sich die Frage, weshalb hier viele der Foristen ihr Nichtwissen so selbstsicher wie unkritisch herausposen (müssen).

Nachtrag 10. und 11.6.
In zwei neuen Artikeln berichtet der Spiegel jetzt etwas ausgewogener und informativer über die Bilderberger:

Nachtrag ab 10.06.2015: quasi alle namhaften Medien berichten plötzlich und erstmalig in der Historie über die Bilderberger! Siehe:

Nanu, was ist denn jetzt passiert, mag man sich angesichts der plötzlich umfangreichen Berichterstattung durch die Massenmedien über das diesjährige Bilderberg-Treffen fragen – zum ersten Mal in der Geschichte der deutschsprachigen Medienlandschaft berichten in diesem Jahr quasi alle Leitmedien über dieses Treffen; ein Novum! Zwar fällt die Kritik darüber sehr verhalten aus, man gibt auch keinerlei Gründe an, weshalb nach all den Jahrzehnten erst dieses Jahr die Medien wie aus dem Nichts darüber berichten und muss auch in jedem Artikel zwanghaft einen Hinweis auf die "verrückten Verschwörungstheoretiker" platzieren sowie die Kommentarfunktion dazu vorsichtshalber gleich deaktivieren – aber ganz offensichtlich ist hier das bisherige Gebot des (selbst?)verhängten Schweigemantels durchbrochen worden!

Literatur:

Weshalb aber die plötzliche Berichterstattung über die Bilderberger in den Massenmedien?

Vermutlich ist diese plötzliche Berichterstattung mit den nicht mehr zu leugnenden Treffen einflussreichster Kreise durch die alljährlich darüber schreibenden (Vorort-)Blogger der alternativen Medienszene zu erklären, welche die Bilderberger Jahr für Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit zu zerren suchen; eventuell sogar als "Weisung von Oben", um scheinbare Transparenz vorzutäuschen. Vielleicht hat man aber auch unlängst ein neues Konferenzformat einberufen oder geplant, da die Verheimlichung des Bilderberg-Formates längst aufgeflogen ist und nun eine wunderbare Tarn-Institution einer wirklich konspirativen Nachfolgetagung hergäbe – zuzutrauen ist es ihnen allemal.

Der Blogger "Freeman" beobachtet die Berichterstattung und die Bilderberg-Treffen seit vielen Jahren teils live vor Ort und schreibt zur Kehrtwende der Medien Folgendes:

Eines können wir uns als langjährige Beobachter der Bilderberger zu Gute halten, wir haben dieses lichtscheue Gesindel in die Öffentlichkeit gezwungen. Durch unsere Berichterstattung und Veröffentlichung der Teilnehmer an Hand von Fotos mussten sie etwas an "Öffentlichkeitsarbeit" tun. Bis vor 5 Jahren leugneten die Mainshitmedien, die Bilderberger gibt es überhaupt. Nur weil wir alternativen Medien mit Hilfe des Internet sie aus der Deckung holten und ihr Geheimtreffen publik machten, fingen sie plötzlich an eine Webseite zu führen. Die gibt es erst seit 2010. Dann haben die Bilderberger die Teilnehmerliste dort veröffentlicht, aber erst nach der Tagung. Die Themen die besprochen wurden kamen später dazu. Mittlerweile wird die Liste der Teilnehmer und was besprochen wird vorab bekannt gemacht, und jetzt ist sogar der Veranstalter selber vor Beginn des Treffens zu einem Interview bereit. Von absoluter Dunkelheit und Schweigen bis hin zu etwas Transparenz, zu dem haben wir sie gezwungen.

Damit hat er schon recht – noch vor wenigen Jahren wurden Leute, die von einem Bilderberg-Treffen gesprochen haben, als paranoide Spinner hingestellt – dieses Jahr hingegen berichtet erstmals die gesamte Presselandschaft über das Treffen.

Weitere News-Artikel darüber sind zB. durch die Google- oder bing-News-Suche zu finden: bing.com-Newssuche

Update: Freeman hat nun auch ein Antwortschreiben eines Pressesprechers von Ursula von der Leyen veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass ihre Teilnahme "dienstlich begründet" war und die Konferenzteilnehmer generell wegen ihrer "Multiplikatorwirkung" ausgewählt werden. Damit ahebn wir zum ersten Mal den schriftlichen Beweis, dass die Bilderberg-Konferenz sehrwohl politischen Charakter hat und die Berufstätigkeit ihrer Teilnehmer  tangiert. Zudem ist das Wort  "Multiplikatorwirkung" äußerst aufschlussreich, da es zeigt, wie eine auf der Konferenz beschlossene Agenda durch den gesellschaftlichen Einfluss der Teilnehmer zur Umsetzung gelangen soll. Leider taugt das Schreiben nicht als verwertbare Quelle im akademischen Sinne, da es nirgends auf einer offiziellen Seite (wie beim MdB Klaeden, siehe unten) geschrieben steht. Somit würde es das Zitat auch nicht in die Wikipedia schaffen – dabei sollte es auch den letzten "Skeptikern" die Augen öffnen.

Hier das Antwortschreiben zu von der Leyen:

Ihre Anfrage vom 13.06.2015

Sehr geehrter Herr …,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die wir Ihnen gern beantworten.

Die Bilderberg-Konferenz hatte in diesem Jahr einen klaren sicherheits- und verteidigungspolitischen Bezug. So wurden unter anderem die Themen NATO, mittlerer Osten, Iran, Russland sowie die europäische und amerikanische Sicherheitsstrategie behandelt. Teilnehmer an der diesjährigen Konferenz war unter anderem auch der NATO Generalsekretär Jens Stoltenberg. Die Liste aller Teilnehmer an der Bilderberg-Konferenz 2015 ist durch die Veranstalter im Internet veröffentlicht worden. Die Bundesministerin der Verteidigung hat auf Bitten des Veranstalters einen Vortrag zur europäischen Sicherheitsstrategie gehalten und an einer Paneldiskussion zum Thema teilgenommen. Die Teilnahme an der Konferenz war somit dienstlich veranlasst. Bei der dienstlich begründeten Teilnahme an einer Konferenz sind die Reisekosten durch den Bund zu tragen.

Das Treffen bietet einen sehr guten Rahmen, die deutschen sicherheitspolitischen Positionen im Rahmen eines prominent besetzten Auditoriums vornehmlich aus Europa und Nordamerika einzubringen. Die Teilnehmer der Konferenz verfügen in ihren Heimatländern über eine beachtliche Multiplikatorenwirkung in ihrem beruflichen/öffentlichen und auch persönlichen Umfeld. Informelle Treffen wie dieses sind ein wichtiger Bestandteil praktischer Politikgestaltung gerade auch in der Sicherheitspolitik. Deutschland muss auch hier seine Positionen einbringen und vertreten. Der Meinungsaustausch unter den sog. „Chatham-House-Rules“ ist dabei ein gängiges Verfahren. Es soll dazu dienen einen offenen Meinungsaustausch zu ermöglichen.

In der Hoffnung, Ihnen weitergeholfen zu haben verbleiben wir mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Hirtzel,
Sachbearbeiter

Bilderberg-Treffen im Bundestag angesprochen

Aber auch bis in den Bundestag hat es dieses Konferenzformat schon geschafft. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Reiner Brüderle konfrontierte bspw. den Grünen-Vorsitzenden Jürgen Trittin 2012 öffentlich in einer aufgezeichneten Bundestagssitzung mit dessen Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz desselben Jahres, woraufhin Trittin sichtlich verwundert wie peinlich berührt reagierte – er verschwieg dieses Treffen selbst seinen Parteikollegen gegenüber und man nötigte ihn durch Brüderles Bloßstellung dann zu einer öffentlichen Stellungnahme.

Bilderberger im Spiegel der Wissenschaft

Wie in meinem kürzlichen Blogartikel über die Stellungnahme eines Politikwissenschaftlers zu den Bilderbergern (er hatte nie davon gehört) angekündigt, habe ich am Wochende in stundenlanger Arbeit über 150 (!) Universitätswissenschaftler aus dem Bereich der Politik separat per Mail angeschrieben und nachgefragt, ob diese denn die Bilderberger kennen und was sie davon halten; für wie plausibel sie die angeblich unpolitischen Treffen halten etc. Das Ergebnis dieser kleinen Studie wird im Laufe der nächsten Tage Wochen nach Auswertung aller Antworten hier im Blog vorgestellt. Nachtrag: Wie Heise/telepolis berichtet, hat sich sogar ein Sozialwissenschaftler in über 100 Seiten mit den Bilderbergern wissenschaftlich auseinandergesetzt.

Protokolle der Bilderberg-Konferenzen via Wikileaks zum Download

bilderberg 2015Ferner hänge ich einige geleakte Protokolle der Bilderberg-Treffen hiermit an, die man im undurchsichtigen Dickicht der Wikileaks-Plattform finden kann. Leider liegen die Protokolle teils viele Jahrzehnte zurück und sind auch nur auf Englisch einsehbar, aber sie überhaupt lesen zu dürfen, ist ein großer Fortschritt Richtung Aufklärung – schon kurios, wie die Mainstreammedien jetzt zwar plötzlich über die Bilderberger berichten, solche Dokumente aber nicht einmal erwähnen, geschweigedenn auswerten.

Hinweis: in den Bilderberg-Protokollen werden in der Regel keine Namen genannt. Stattdessen wird geschrieben, "Ein Teilnehmer aus Deutschland gab zu bedenken, …"

Bundestags-Abgeordneter von Klaeden beantwortet online Fragen zu seiner Teilnahme an den Bilderberg-Treffen 2008

Ich empfehle jedem Interessierten ohnehin, die verschiedenen Fragen der Bürger an den CDU-Bundestagsabgeordneten Eckart von Klaeden bezüglich seiner Bilderberg-Konferenz-Teilnahme 2008 auf abgeordnetenwatch.de zu lesen: http://www.abgeordnetenwatch.de/eckart_von_klaeden-650-5605–f115466.html

Alle Aussagen von ihm über die seine Teilnahme an den Bilderberg-Treffen, teils mit widersprüchlichem Charakter, seien folgend wiedergegeben, da sie nur schwer aus der Unübersichtlichkeit der 19 Seiten (!)  mit den zahlreichen anderen Fragen herauszusuchen sind. Die Namen der Fragenden wurden der Privatsphäre wegen so gut wie möglich entfernt, ebenso nicht die Bilderberger betreffenden Zusatzfragen und -antworten [in eckigen Klammern durch 3 Punkte …].

———————————————————————–

Frage: 

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

entspricht es den Tatsachen, dass Sie am diesjährigen Bilderbergertreffen vom 6.-8. Juni 2008 in Westfields Marriott Hotel in Chantilly im US-Bundesstaat Virginia teilnehmen?
Falls ja:
Welche Themengebiete wurden dort mit welchen Ergebnissen besprochen?
Inwieweit deckt sich die Teilnahme an dieser Konferenz und dem damit verbundenen "Schweigegelübbte" mit Ihrem Demokratieverständnis und der Idee einer für den Bürger transparenten Politik?

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

mich haben in den letzten Wochen zahlreiche Anfragen zu meiner Teilnahme an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz erreicht, die ich wie folgt beantworte:

Die Bilderberg-Konferenz ist ein Treffen von Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien aus den USA und Europa. Auf der Konferenz können sie ungehindert und offen über aktuelle Probleme der Weltpolitik und –wirtschaft diskutieren. Daher ist die Tagung auch vertraulich und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies ist die Vereinbarung unter allen Teilnehmern, die ich nicht brechen werde. Es werden dort aber selbstverständlich keine Beschlüsse gefasst. Mich amüsieren die Unterstellungen und Spekulationen, die sich Jahr für Jahr mit der Bilderberg-Konferenz verbinden. Nichts davon ist wahr.
Meine Teilnahme ist kein Privatvergnügen. Ich habe an der Konferenz zwar nicht als offizieller Vertreter meiner Fraktion oder des Bundestages teilgenommen. Eine solche offizielle Teilnahme kennt die Konferenz nicht, sie stände im Widerspruch zu ihrem informellen Charakter, der Voraussetzung für die nahezu einzigartige Gesprächsatmosphäre ist. Der Dialog und Meinungsaustausch auf der Konferenz ist aber nichtsdestotrotz für meine Arbeit als Abgeordneter und als außenpolitischer Sprecher meiner Fraktion sehr wertvoll.

Es gibt nach meiner Erfahrung keine andere Konferenz, die den Dialog zwischen den beteiligten Gruppen auf der einen und den transatlantischen Austausch auf der anderen Seite in so hervorragender Weise ermöglicht wie die Bilderberg-Konferenz. Dieses Gespräch wird ständig gefordert, der Mangel an solchen Foren zu Recht immer wieder beklagt.
Die mir entstandenen Kosten wurden vom Deutschen Bundestag übernommen. Zu Ihrer weiteren Information habe ich der Antwort die offizielle Presseerklärung zur diesjährigen Konferenz angefügt.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart v. Klaeden
———————————————————————–

Zahlreiche Nachfragen folgen auf diese Antwort, wobei er jedoch stets das Gleiche antwortet:

"mich haben in den letzten Wochen zahlreiche ähnliche Anfragen zu meiner Teilnahme an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz erreicht. Ihre Anfrage deckt sich mit der von Reiner S., gestellt am 06.06.2008 ebenfalls hier bei Abgeordnetenwatch. Bitte lesen Sie meine Antwort dort nach."

Dann stellt er sich aber weider einigen Fragen, zunächst erreicht ihn diese hier.

————————————————————————-

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden.
In Ihrer Antwort betreffend "Bilderberger", machten Sie folgenden Aussage:
"Auf der Konferenz können sie ungehindert und offen über aktuelle Probleme der Weltpolitik und -wirtschaft diskutieren. Daher ist die Tagung auch vertraulich und findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt."
Dies bedarf m. E. einer Konkretisierung.
Wo und wie bitte, wird man in diesem, unserem demokratischen Rechtsstatt am diskutieren und am offenen kundtun seiner Meinung gehindert?
Für die Worte, ungehindert, vertraulich, Ausschluß der Öffentlichkeit, gibt es auch eine andere Bezeichnung: konspirativ. Das trifft wohl eher zu!
MfG

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

die Rückschlüsse, die Sie aus meiner Antwort ziehen, sind in ihr nicht angelegt.
Auch im demokratischen Rechtsstaat ist es üblich, dass Sitzungen unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit oder gar vertraulich stattfinden. Das gilt für das Beratungsgeheimnis von Kabinetten oder Gerichten, aber auch für die regelmäßigen Sitzungen der Ausschüsse des Deutschen Bundestages, der Fraktionsvorstände oder Fraktionen.
Der Duden definiert das Wort "konspirativ" mit a) eine (politische) Verschwörung bezweckend, anstrebend; b) zu einer Verschwörung, in den Zusammenhang einer Verschwörung gehörend. Das gilt weder für die Bilderberg-Konferenz noch für die von mir genannten Beispiele.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Ihre Antwort zur Bilderberg-Konferenz ist unbefriedigend. Natürlich können Sie als Privatperson an Konferenzen teilnehmen, die privaten Charakter haben und deren Ablauf und Inhalt bewusst den Informationsbedürfnissen der interessierten Wählerschaft entzogen werden. Politiker werden aus Steuermittel alimentiert, deshalb wollen diese im Leistungsaustausch auch wissen, wer was wo und warum macht. Dies ist Grundlage einer offenen Demokratie und eines würdigen Streitdialogs bei gegebener Interessensvielfalt. Diese Grundvoraussetzungen sind bei der Bilderberg-Konferenz nicht gegeben.
Also meine konkrete Frage. Werden Sie, da diese Anforderungen nicht erfüllt sind, bisher dafür in Anspruch genommene Kostenerstattungen der öffentlichen Hand zurückzahlen und sind Sie bereit, zukünftig diese Privatveranstaltung auf eigene Rechnung zu machen?
Ich jedenfalls möchte mit meinen Steuergeldern solche dubiosen Veranstaltungen nicht mitfinanzieren.
Mit antworterwartenden Grüßen

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

meine Antwort auf Ihren Brief hatte ich abgeordnetenwatch schon lange zukommen lassen. Aus welchen Gründen auch immer wurde aber mein Schreiben erst auf meine erneute Nachfrage am 19. Mai eingestellt. Ich gehe davon aus, dass ich damit alle Ihre Fragen beantwortet habe.
Was die Bilderberg-Konferenz angeht, so habe ich schon mehrfach dazu Stellung genommen. Dem habe ich nichts weiter hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage vom 07.06.08. Sie waren wenigstens so ehrlich zuzugeben, dass diese Konferenzen unter Geheimhaltung stattfinden. (Die Mainstreampresse war wie immer erstaunlich still.) Leider vermisse ich Ihre Deutung der Aussage David Rockefellers.

1. Frage: Wollen Sie sich doch noch bitte dazu äußern?

[Frage 2 bis 5 hat nichts mit den Bilderbergern zu tun, daher wurden sie der Übersichtlichkeit wegen weggelassen]

6. Frage: Könnten Sie sich vorstellen, dass eine Einladung zum nächsten Bilderbergertreffen von den in diesem Forum gegebenen Stellungnahmen abhängt?

Mit freundlichem Gruß

Antwort:

Sehr geehrter Herr,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

1. Ich bezweifle die Richtigkeit des Zitats. Es gibt jedenfalls den Charakter der Bilderberg-Konferenzen falsch wieder.
[…]
6. Nein.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

als Mitbürger und Hildesheimer, der 1975 am katholischen Gymnasium Josephinum das Abitur abgelegt hat, befremdet mich Ihr Verhalten in der "Bilderberg Affäre" inzwischen sehr.
Ich halte Sie eigentlich für einen integeren Politiker und werde von meinen Kindern gefragt:
"Warum spricht Herr von Klaeden mit einem Menschen, die den Tod vieler Chilenen auf dem Gewissen hat?" und sie verweisen auf verschiedene Quellen (u.A. Wikipedia: "So unterstützten er und die CIA den blutigen Putsch des Generals Augusto Pinochet 1973 gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende in Chile"), die für mich auch erst jetzt in vollem Umfange klar werden lassen, dass Herr Kissinger für den Putch gegen Allende eine große Mitverantwortung trägt.
Bitte klären Sie uns auf, was Sie mit den Herren Wolfowitz und Kissinger zu besprechen haben, zumal wir Bürger Ihre Reise finanziert haben.
Sie handeln hier nicht privat sondern als unser Hildesheimer Volksvertreter.
Als Bürger, Christ und Hildesheimer bin ich äußerst empört über Ihr Verhalten.

Mit demokratisch freundlichem Gruß

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

ich darf Sie bitten, Ihre Kinder darauf hinzuweisen, dass Henry Kissinger seit Jahrzehnten einer der angesehensten Experten für Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik ist. Seit langer Zeit pflegt er enge und freundschaftliche Beziehungen zu angesehenen Staatsmännern wie dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt oder dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Aufgrund der nationalsozialistischen Judenverfolgung hatte seine Familie 1938 Deutschland verlassen müssen. Dreizehn seiner Verwandten sind von den Nationalsozialisten ermordet worden. Er hat eine beeindruckende wissenschaftliche und politische Laufbahn hinter sich, die ihn nicht nur an die Havard University und die Georgetown University in Washington D.C. führte, sondern auch als Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten ins Weiße Haus und als Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika an die Spitze des State Department. 1973 wurde Kissinger mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Auch heute suchen führende Politiker seinen Rat, wie kürzlich der deutsche Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Ich kann nicht beurteilen, ob die von Ihnen erhobenen Vorwürfe gegen Henry Kissinger zutreffend sind. Die von Ihren Kindern genannten Quellen unterstreichen aus meiner Sicht aber ihren spekulativen Charakter. Bitte weisen Sie Ihre Kinder auf den besonderen Charakter von Wikipedia als sogenannte freie Enzyklopädie hin; immer wieder hört man von nicht gut recherchierten Artikeln auf der Wikipedia-Seite.

Unabhängig von Ihren Fragen zu Henry Kissinger oder Paul Wolfowitz erlaube ich mir den Hinweis, dass das Gespräch mit einer Person nicht gleichzeitig auch die Billigung ihrer Ansichten oder ihres Verhaltens bedeuten kann. Verantwortliche Außen- und Sicherheitspolitik oder Diplomatie wären sonst unmöglich.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Herr v. Klaeden,

warum antworten Sie eigentlich nicht auf meine Fragen vom 25.07.08? Auch wenn Ihnen die Fragen unangenehm sind, können nicht darauf bauen, dass Sie Fragen nach Ihrem beanstandeten Verhalten (Rechnung zahlt der Steuerzahler) aussitzen können.
Also nochmal kurz meine Frage mit der Anforderung um kurze und klare Antwort:
"Werden Sie von Ihnen genommene öffentliche (Steuer)gelder für die Teilnahme an der obskuren Bilderberg Konferenz zurückzahlen?"

Antwort:

Sehr geehrte(r) Frau/Herr ,

der Umstand, dass eine Sitzung oder Konferenz nicht öffentlich stattfindet, macht sie noch nicht zu einer privaten Veranstaltung. Bitte berücksichtigen Sie in diesem Zusammenhang auch meine Antwort auf die Frage von Herrn J.L.  vom 22.07. Ihre Frage beantworte ich daher mit nein.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

ich muss sagen, dass ich über die hier von Ihnen getätigten Aussagen erschüttert bin. Wiederholt wurden Anfragen von besorgten Bürgern bezüglich Ihrer Teilnahme an der Bilderberg Konferenz gestellt. Ihre Antworten hierzu sind unbefriedigend.

Zitat: "Mich amüsieren die Unterstellungen und Spekulationen, die sich Jahr für Jahr mit der Bilderberg-Konferenz verbinden."

Es freut mich für Sie, dass Sie sich über die Sorgen und Ängste Ihrer Wähler amüsieren können… Eine streng geheime Konferenz, deren Ziele völlig im Dunkeln liegen wiedersprechen erheblich dem demokratischen Grundgedanken des deutschen Staates. Es ist sehr bedenklich, dass dieser Abenteuer Trip mal wieder durch den Steuerzahler finanziert wurde.

[…]

Eine Frage zur Bilderberg Konferenz erspare ich mir, da ich mit keinerlei informativen Antwort rechne.
[…]

Mit freundlichem Gruß

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Schreiben.
Was die Bilderberg-Konferenz angeht, so habe ich dazu bereits umfangreich Stellung genommen. Zu Besorgnis besteht keinerlei Anlass.

[…]

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

hinsichtlich Ihrer Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz stellen Sie in Ihrer Antwort an Herrn St. vom 8.07.2008 klar "… Meine Teilnahme ist kein Privatvergnügen. Ich habe an der Konferenz zwar nicht als offizieller Vertreter meiner Fraktion oder des Bundestages teilgenommen. Eine solche offizielle Teilnahme kennt die Konferenz nicht, sie stände im Widerspruch zu ihrem informellen Charakter … " Sie begründen folgerichtig Ihr privates Interesse an dieser Art Weiterbildung, die schließlich (und ausschließlich mittelbar) auch auf Ihre Tätigkeit im Bundestag positiv wirken kann. Sie erklären im Foldenden "…Die mir entstandenen Kosten wurden vom Deutschen Bundestag übernommen."

Erste (Mehrfach-)Frage:
Ist es pauschal-Gepflogenheit des Bundestages, Kosten für Weiterbildungen automatisch zu tragen?
Wie weit stehen die Abgeordneten des Bundestages in der Pflicht (vergleichbar den Gepflogenheiten in der deutschen Wirtschaft) sich auf eigene Initiative und Kosten weiterzubilden?
Zweite Frage:
Ich gehe davon aus, dass die zu Zeiten des Treffens absehbaren und inzwischen hoch aktuellen Entwicklungen an den internationalen Finanz- und Kreditmärkten und die Probleme des Bankensektors auch Themen in den Diskussionen mit den ausgesuchten internationalen Experten der Wirtschaft waren. Wie betrachten Sie aus heutiger Sicht und mit dem Blick auf den heute erst im Beginn befindlichen Zusammenbruch der Kreditwirtschaft die Diskussionen anlässlich Ihres Treffens – und Ihre daraus seinerzeit unmittelbar gezogenen Erkenntnisse?

Freundliche Grüße

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

zu meiner Teilnahme an der Bilderberg-Konferenz habe ich auf weitere Fragen auch auf "Abgeordnetenwatch" geantwortet. Ich verweise daher auf meine Antworten an Herrn L. sowie an Frau oder Herrn M. vom 15. August 2008. Ihre zweite Frage kann und werde ich nicht beantworten, weil Sie von einer falschen Voraussetzung ausgehen.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

auch ich habe eine Frage zum Bilderberg-Treffen, völlig abgesehen davon, wer wann wo was dort besprochen oder diskutiert hat…:
Könnten Sie bitte erklären wie es möglich ist bzw. wer es möglich macht, dass die die komplette Weltpresse es nicht für nötig hält über dieses Treffen auch nur ein einziges Mal irgendetwas zu berichten?
Das Argument "Das ist ja genau der Grund warum wir uns treffen: Weil wir uns abseits der Öffentlichkeit austauschen wollen..:" funktioniert hier nicht.
Dass niemand darüber berichtet und dass die Veranstalter dass ja auch genau so haben wollen ist mittlerweile klar.
Aber meine Frage lautet:
Wer sorgt dafür dass die Presse nicht berichtet?
Es ist ein berichtenswertes Ereignis, also wer sorgt für den Umstand dass sie sich überhaupt abseits der Öffentlichkeit treffen können?
Wie kann es den überhaupt möglich sein sich so abseits der Öffentlichkeit zu treffen?
Gibt es eine Art "stillschweigende Übereinkunft mit den Medien"?
Zumal sie ja eigentlich selbst vor Ort sind (siehe Herr Döpfner usw…)…?

Ich denke wenn Sie diese Frage einmal beantworten könnten, würde sich ein erheblicher Teil des Schleiers der diese Veranstaltung umgibt lüften…

Vielen Dank,

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage vom 23.Februar 2009. Ich habe bereits mehrfach zum Bilderberg-Treffen Stellung bezogen und bitte Sie daher, meine Antworten vom 08. Juli 2008 und vom 15. August 2008 auf die Fragen von Herrn Reiner Stutz und Herrn Joachim Lang – ebenfalls unter Abgeordnetenwatch – nachzulesen.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

vielen Dank für Ihre Antwort, auch wenn es nicht die Antwort auf meine Frage war.
Sie baten mich Ihre Antworten auf die Fragen der Herren Sch., St. und L. zum Thema Bilderberger nachzulesen. Das habe ich getan. Das habe ich sogar schon getan bevor ich meine Frage gestellt habe. Allerdings haben diese Fragen nicht das Geringste mit meiner Frage zu tun…!? Meine Frage war unübersehbar gänzlich anderer Natur. Und ich habe auch Ihre Antworten gelesen, die ebenfalls nicht das Geringste mit meiner Frage zu tun haben.
Hätte sich meine Frage durch diese Antworten erledigt, hätte ich sie ja mit Sicherheit nicht mehr gestellt. Da Sie wahrscheinlich täglich eine ganze Menge Fragen beantworten müssen, möchte ich Ihnen (zunächst einmal) keine Absicht unterstellen. Aber die Frage bleibt die Gleiche: Wie sorgen die Veranstalter dafür, dass die Presse global-kollektiv nicht über diese Treffen berichtet, obwohl ja Vertreter der Medien (Hr. Döpfner und andere) selbst vor Ort sind? Wie gesagt, das Argument "Wir wollen eben abseits der Öffentlichkeit…" beantwortet wiederum nicht meine Frage. Und bitte auch nicht wieder einen Verweis auf völlig themenfremde Antworten, keine ausweichenden Argumentationen, oder gar die Behauptung es würde die Presse "eben einfach nicht interessieren"…
Dass die Veranstaltung unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfindet ist mittlerweile ebenfalls klar. Aber auch brisante BND-Untersuchungsausschüsse finden im Geheimen statt und dennoch hören wir abends selbst davon in der Tagesschau…
Wie Sie vielleicht merken verstärkt die Geheimniskrämerei das Interesse der Bevölkerung nur noch mehr. Es gab 97(!) interessierte Beobachter die auf Ihre Antwort gewartet haben und Sie verweisen auf Antworten zu völlig anderen Fragen…!?
Nochmal, MEINE Frage lautet:
Wie sorgen die Veranstalter dafür, dass die Presse global-kollektiv nicht über diese Treffen berichtet? Wie ist das möglich?
Grüße,

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

da ich die Veranstaltung nicht organisiert habe, kann ich Ihre Frage auch nicht beantworten.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

nach studieren der vielen Fragen die Ihnen in Bezug auf die brisante Bilderbergerkonferenz gestellt werden,ist festzustellen,dass sie sich nur im begrenzten Maße darüber äußern und wahrscheinlich auch nur in einem solchen Maße äußern dürfen. Eine geheimhaltung sondersgleichen liegt hier vor!

Meine erste Frage : Warum wird das so gemacht?

Die 2 Frage ist. : Warum wurden Sie dort eingeladen?

Über eine baldige Antwort von Ihnen würde ich mich freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

die Beantwortung Ihrer Fragen über meine bisherigen Antworten hinaus ist mir nicht möglich, weil ich nicht Organisator der Bilderberg-Konferenz war.

Mit freundlichen Grüßen
Eckart von Klaeden MdB

———————————————————————–

Frage:

Guten Tag Herr von Klaeden,
[…]
Zu dieser ominösen Bilderberg-Konferenz sind Ihre Aussagen mehr als dürftig, haben die Beteiligten etwas zu verbergen? Weshalb ist H. Kissinger ein ehrbarer Politiker? Hat ein amerikanischer Publizist (Name ist mir entfallen) Kissinger nicht bereits vor Jahren als Kriegsverbrecher bezeichnet und dies auch in einem Buch dokumentiert? Gehört Kissinger nicht zu den Politikern, die sich vor einer Einreise nach Deutschland erkundigen, ob nicht ein Verfahren wegen Kriegsverbrechen eingeleitet wurde?
Herr von Klaeden, in Erwartung Ihrer Antwort

Hochachtungsvoll

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

[…]
Was die Bilderberg-Konferenz angeht, so habe ich schon mehrfach dazu Stellung genommen. Dem habe ich nichts weiter hinzuzufügen.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

werden Sie dieses Jahr [2009] wieder an der Bilderberger-Konferenz teilnehmen?
Falls ja, werden Sie sich die Kosten dafür wie im vergangenen Jahr wieder vom deutschen Bundestag bezahlen lassen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort:

Sehr geehrter Herr ,

an der diesjährigen Bilderberg-Konferenz habe ich teilgenommen.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr von Klaeden,

mich interessiert, ob Sie vom 14.05. – 17.05.2009 wieder zu "Fortbildungzwecken" zur jährlichen Bilderberg-Konferenz gereist sind.

Diese fand letzte Woche in einem Vorort der griechischen Hauptstadt, 12 km südöstlich von Athen im *****Nafsika Astir Palace Hotel, Apollonos Avenue 40, 16671 Vouliagmeni, Greece, auf einer Halbinsel statt statt.

Die ganze Halbinsel war praktisch abgeriegelt und wurde mit einem unglaublichen Aufkommen von Polizei und Maschinengewehren bewacht. Auch von der Seeseite her wurde die Insel abgeriegelt. Welch unglaublicher Aufwand!

Wenn Sie teilgenommen haben, würde mich interessieren wer für die Reisekosten in diesem Jahr aufgekommen ist. Und vieleicht wollen Sie uns dann auch etwas über die Tagesordnungspunkte berichten?

Und generell gefragt – unabhängig von Ihrer Teilnahme, oder Nichtteilnahme – was denken Sie warum über den G8 bzw. G20 Gipfel immer umfangreich in den Medien berichtet wurde, und über die Bilderberg-Konferenzen in den Main Stream Medien nie? Ist doch seltsam – wenig wichtige Leute = viele Reporter, viele wichtige Leute = keine Reporter!

Ich freue mich schon im Voraus auf eine detailierte Antwort von Ihnen.

Mit freundlichem Gruß

Antwort:

Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre beiden Schreiben vom 17. und 22. Mai. An der
diesjährigen Bilderberg-Konferenz habe ich teilgenommen. Ansonsten habe ich
bereits zu den Bilderberg-Konferenzen wiederholt und so ausführlich Stellung
genommen, dass ich dem bisher Gesagten nichts mehr hinzuzufügen habe.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden

———————————————————————–

Frage:

Sehr geehrter Herr Klaeden,

in der Sonntagsausgabe der seriösen Athener Mainstraem-Zeitung "To Vima" erschien zu der Bilderberg-Konferenz an der Sie letzte Woche teilnahmen dieser Bericht:

Nach Infos von "To Vima" wurden auf der Bilderberg-Konferenz 2009 hauptsächlich Themen der Wirtschaftstheorie , welche die Finanz- und Kreditaufsicht betreffen, die Perspektiven der Wirtschaftskrise, deren Auswirkung auf die Industrie und die Banken, sowie Vorschläge zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit besprochen. Die Bilderberger sollten auf Grund einer Broschüre , die ihnen vorgelegt wurde wählen zwischen " einer langwierigen , quälende Depression , welche die Welt zur jahrzehntelangen Stagnation, Niedergang
und Armut verurteilt, oder eine intensivere aber kürzere Depression , welche den Weg für eine neues nachhaltige Wachstum ebnet "

Können Sie uns dies bestätigen?

Mit freundlichem Gruß

Antwort:

Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre beiden Schreiben vom 17. und 22. Mai. An der diesjährigen Bilderberg-Konferenz habe ich teilgenommen. Ansonsten habe ich bereits zu den Bilderberg-Konferenzen wiederholt und so ausführlich Stellung genommen, dass ich dem bisher Gesagten nichts mehr hinzuzufügen habe.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart von Klaeden

=========================================

– Anzeige Partnershop-
amazon-gif-grewi-2

Fazit der Klaeden-Antworten über die Bilderberg-Treffen:

Letztlich sind viele ausweichende Antworten und wiederholende Phrasen dabei – dass er aber überhaupt Stellung dazu bezieht, ist ihm durchaus anzurechnen. Nur so konnte man bspw. herausfinden, dass der Bundestag offenbar die Reisekosten seiner deutschen MdB-Bilderberg-Gäste übernimmt (was auch bei Wikipedia unter Verweis auf seine Aussagen als Quelle genannt wird). Auch ist interessant, wie Klaeden immer wieder den Spagat wagt zwischen "private Veranstaltung" und "kein Privatvergnügen". Ich glaube ihm schon, dass auf der Bilderberg-Konferenz keine direkten Beschlüsse gefasst werden – vielmehr klopft der organisatorische Kern der Veranstaltung die stets wechselnden Gäste hinsichtlich ihrer Eignung zur Durchsetzung transatlantischer Interessen ab, wobei bereits diese Vermutung in den Bereich spekulativer Verschwörungstheorien fällt (denn das hieße ja, der organisatorische Kern der Bilderberger hätte die Macht und den Einfluss, über die Berufung und Absetzung von Ministern und Regierungschef ebenso wie über deren Politikgestaltung zu bestimmen).

Andere Artikel dieses Blogs: