Der Naturzustand des Thomas Hobbes im Vergleich zur buddhistischen Philosophie Siddharta Gautamas

tastylia tadalafil 20 mg Im folgenden eine nach streng traditionellen Wissenschaftskriterien verfasste Ausarbeitung, die sich mit dem Ziel der Schaffung eines eigenständigen Forschungs- und Theorieansatzes durch den Vergleich der abendländischen Naturrechtsphilosophie des Thomas Hobbes zur Philosophie des Siddharta Gautamas ("Buddha") beschäftigt. Die Naturrechtsargumentation des Thomas Hobbes in aller Kürze zusammenfassend vorausgeschickt:

estocastico forex Alle Menschen sind von Natur aus mit den gleichen Rechten ausgestattet (Naturrecht), bei dem das Recht des Stärkeren zählt. Um diesen natürlichen Zustand eines "Krieges aller gegen alle" zu beenden und Ordnung herzustellen, treten wir Menschen diese natürlichen Rechte in einem sog. (eigentlich fiktiven da faktisch nie niedergeschriebenen) "Gesellschaftsvertrag" an einen übergeordneten Souverän ab ("Staat"), der dafür im Gegenzug den permanenten Kriegszustand beendet und gesellschaftliches Zusammenwirken möglich macht. Ist der Souverän jedoch nicht mehr in der Lage, diese hoheitlichen Aufgaben wahrzunehmen (etwa bei einem Bürgerkrieg), fällt das Gewaltmonopol wieder zurück an den Einzelnen und der ursprüngliche natürliche Zustand ("Naturzustand") des "Krieges aller gegen alle" ist wiederhergestellt, wobei erneut das Recht des Stärkeren gilt. Da wir uns momentan in diese Richtung zu bewegen scheinen, macht eine Beschäftigung mit dem Thema umso mehr Sinn.

http://300seconds.co.uk/?sefer=opciones-binarias-estrategias-video opciones binarias estrategias video Überdies sind die im Fließtext auftauchenden Zahlen am Ende eines Satzes Fußnoten mit Verweis auf die wissenschaftliche Quelle oder einer weitergehenden Anmerkung – diese wurden in Endnoten der besseren Lesbarkeit wegen konvertiert und finden sich ganz zum Schluss.

strategia opzioni binarie con stocastico Originaltitel:

top options Der Naturzustand des Thomas Hobbes im Vergleich zur
buddhistischen Philosophie Siddharta Gautamas

Deutung und Entwurf einer neuen Argumentationsfigur als Grundlage
alternativer politökonomischer Handlungsempfehlungen

Part time degree physiotherapy Inhaltsverzeichnis:

  1. Einleitungsteil

60 second binary option strategy review 1.1 Themenhinführung, Ausgangsfrage und Zielsetzung

cos'è opzione binaria 1.2 Vorgehensweise und Methodik

how to accurately predict binary options 1.3 Forschungsstand und Quellenlage

  1. Das Naturzustandstheorem des Thomas Hobbes

app piГє semplice per le opzioni binarie 2.1 Grundgerüst und Prämissen des Hobbesschen Naturzustandes

treding opzioni binarie 2.2 Der Gesellschaftsvertrag

  1. Die buddhistische Philosophie im Vergleich zum Naturzustand
    des Thomas Hobbes

ähnliche apps wie bdswiss 3.1 Grundgerüst und Prämissen der buddhistischen Philosophie

binära optioner omx 3.2 Der „Buddhistische Naturzustand“ – Entwurf einer
neuen Argumentationsfigur

3.2.1 Neue Betrachtungsweise zum Gesellschaftsvertrag

3.3 Überlegungen zu politökonomischen und tiefenökologischen Handlungsempfehlungen als Konsequenz des „Buddhistischen Naturzustandes“

  1. investimenti online opzioni binarie Schlussteil

4.1 Zusammenfassung.

4.2 Fazit

  1. خطاب شكوى جاهز Quellen- und Literaturverzeichnis.

5.1 Primärquellen

5.2 Monographien

5.3 Internetquellen

1. Einleitungsteil

1.1 Themenhinführung, Ausgangsfrage und Zielsetzung

Der englische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588 – 1679) entwickelt unter dem Eindruck des Englischen Bürgerkrieges in seinem Hauptwerk „Leviathan“ (1651) über mehrere Etappen hinweg ein neuartiges Vertragsargument zur Legitimierung politischer Herrschaft: den außerstaatlichen Naturzustand, welcher mittels Gesellschaftsvertrag in ein geordnetes Staatswesen übergehen soll. Diese dreigliedrige Grundstruktur von „Naturzustand à Gesellschaftsvertrag à Gesellschaftszustand“ dient allen Vertragstheoretikern bis heute als Maßstab und wird daher in dieser Untersuchung einer detaillierten Analyse unterzogen. Im Anschluss daran soll ein eigenständiger Forschungsansatz mittels Vergleich zur buddhistischen Grundtheorie neue, plausible Handlungsempfehlungen für das menschliche Zusammenleben entwickeln. Die Ausgangsfrage und Zielsetzung lautet daher:

buddha figur deko statue

Lässt sich aus der Logik und dem Naturell des Hobbesschen Naturzustandstheorem heraus im Vergleich zur Logik des buddhistischen Grundkonzeptes der „vier edlen Wahrheiten“ ein neuartiger Naturzustand entwerfen und wenn ja, kann uns dieser alternative, politökonomische Handlungsempfehlungen zum Bewältigen der globalen Sozial-, Wirtschafts- und Umweltprobleme plausibel offerieren? Diese theoretische Erfassung der Wirklichkeit soll also nicht zuletzt auch praktischen Nutzen in Form neuer Denkanregungen und Diskursimpulse hinsichtlich konkreter Verbesserungen und Lösungsvorschläge bestehender Probleme in den genannten Themenfeldern erhalten.

1.2 Vorgehensweise und Methodik

Die Betrachtungsebene dieser Untersuchung ist der Ausgangsfrage entsprechend politphilosophischer Natur mit gelegentlich notwendigen, interdisziplinären Exkursen in die Geschichtsphilosophie und der Religionswissenschaft sowie teilweise auch der Ökonomie und Ökologie. Dabei wird sich grundsätzlich eines hermeneutischen Ansatzes bedient, auf dessen Basis deduktive Schlussfolgerungen das Aufzeigen alternativer Handlungsempfehlungen in den beiden letztgenannten Bereichen ermöglichen. Dieser hermeneutischen Vorgehensweise gemäß werden verfügbare empirische Informationen – etwa Studien- und Forschungsergebnisse auch fachfremder Autoren – zur normativen Interpretation und Beantwortung der Ausgangsfrage herangezogen.

Konkret bedeutet dies, dass sich nach einem Abgleich der Forschungs- und Quellenlage der Grundthematik mittels erläuternder Darstellung des Hobbesschen Naturzustandes genähert wird. Erst wenn dieses Theorem in seiner grundsätzlichen Argumentationslogik verinnerlicht wurde, kann aufbauend darauf ein Vergleich mit der buddhistischen Philosophie erfolgen, welcher schließlich die neue Argumentationsfigur „Buddhistischer Naturzustand“ hervorbringen soll, auf deren Basis allgemeingültige Handlungsempfehlungen gedeutet werden können.

1.3 Forschungsstand und Quellenlage

Als einführendes Standardwerk und Klassiker der politischen Theorie gilt Norbert Hoersters kommentierte Zusammenstellung „Klassische Texte der Staatsphilosophie“, in der er pointiert die wichtigsten Vertreter staatsphilosophischer Theorien und ihre Hauptwerke vorstellt. Dabei wird deutlich, dass Thomas Hobbes mit seinem „Leviathan“ den Grundstein für das moderne Verständnis eines „Naturzustandes“ legt, auf den sich alle folgenden Vertragstheoretiker – von bspw. John Locke über Jean-Jacques Rousseau bis hin zum moderneren John Rawls – in ihren Schriften und Ausführungen beziehen. Schon deshalb lohnt ein Blick auf das Hobbessche Naturzustandstheorem.

Neben der leicht zugänglichen Primärliteratur stellt sich auch die Quellenlage der verfügbaren Sekundärliteratur als äußerst günstig heraus. Hier gilt es, aus dem Gros dieser Quellen die themenrelevantesten Schriften herauszufiltern. Nach eingängiger Recherche und Forschung lässt sich feststellen, dass hierzu insbesondere das Werk „Politische Philosophie“ der drei Autoren Becker, Schmidt und Zintl hervorzuheben ist – darüber hinaus genutzte Literatur findet sich im angehängten Quellenverzeichnis gelistet.

In der Forschung umstritten ist vor allem der Grad der Gewichtung der verschiedenen Argumente innerhalb der Hobbesschen Naturzustandstheorie, auf die an geeigneter Stelle noch näher eingegangen wird. Aus Platzmangel kann indes die historische und etymologische Herleitung des Naturzustandes ebenso wenig wie die Sozialisationsumstände Hobbes‘ (Stichwort englischer Bürgerkrieg) einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

2. Das Naturzustandstheorem des Thomas Hobbes

2.1 Grundgerüst und Prämissen des Hobbesschen Naturzustandes

Thomas Hobbes nähert sich dem Theorem des Naturzustandes nach Zintl und Schmidt über zwei unterschiedliche, doch letztlich ergebnisgleiche Gedankengänge: Zum ersten untersucht er die empirischen bzw. positiven und zum zweiten die normativen bzw. moralischen Rahmenbedingungen, denen der Mensch ohne staatliche Ordnung unterliegt.[1]

So heißt es gleich zu Beginn des XIII. Kapitels „Vom Naturzustand der Menschen in bezug [sic] auf ihr Glück und ihr Elend“ aus dem Leviathan, der Mensch wäre von Natur aus in seiner physischen und psychischen Konstitution recht homogen geschaffen, sodass noch der Schwächste den Stärksten zu töten vermag.[2] Neben dieser natürlichen Gleichheit der Fähig- und Fertigkeiten und dem sozialen wie materiellen Umfeld sind auch die menschlichen Handlungsmotive – die Absicht[3] hinter der Tat – für Hobbes Naturzustandstheorie von essentieller Bedeutung und in seinem Beurteilungsspielraum von überwiegend egoistischer Natur gezeichnet: Diese umfassen nämlich in erster Linie den Selbsterhalt des Menschen, verbunden mit dem eigenen Wohlergehen und einem dementsprechenden Drang nach verschönernden Dingen des Lebens.[4] Die diesem Selbsterhaltungstrieb entsprungenen Eroberungen mit dem Ziel der Machtvermehrung und Fremdunterwerfung sind selbst vorbeugend und mit listigen Mitteln zulässig, gar „zur Selbsterhaltung eines Menschen notwendig“.[5] Zudem verfüge der Mensch über ein natürliches Bedürfnis nach sozialer Anerkennung; Hobbes spricht in diesem Zusammenhang auch gern von „Ruhm“ bzw. „Ruhmsucht“[6], was Schmidt und Zintl im Vergleich zu den übrigen Argumenten Hobbes jedoch als „weit weniger plausibel“[7] bezeichnen, während andere wie Leo Strauss dagegen den Schwerpunkt der Hobbesschen Argumentation auf genau diese Ruhmsucht verlagern[8].

Aus diesen Grundbedingungen zieht Thomas Hobbes die Schlussfolgerung, dass sich der Mensch im Naturzustand unweigerlich „in einem Krieg eines jeden gegen jeden“[9] befinde, wofür er drei folgend erläuterte Hauptgründe anführt:

Konkurrenz, Unsicherheit und Ruhmsucht[10].

– Anzeige interessante buddhistische Bücher – high probability forex indicator

1.) Konkurrenz: Bedingt durch die natürliche Gleichheit stehen die Menschen im Naturzustand dauerhaft in einem mit Gewalt ausgetragenem, kompetitivem Verhältnis zueinander. Bei diesem Konkurrenzkampf muss sich aufgrund der physischen und kognitiven Gleichheit des Menschen niemand veranlasst sehen, seine wertvollen Güter ohne Kampf und Gegenwehr einem Kontrahenten zu überlassen – jeder ist von jedem bezwingbar.

2.) Unsicherheit: Die allgemeine Kenntnis über die natürliche Gleichheit der Menschen und des natürlichen Gütermangels schafft ein Klima allgemeiner Unsicherheit. Diese Verlustangst um kostbare Ressourcen und Waren führt daher selbst bei gegenwärtigem Wohlstand zur scheinbar folgerichtigen Grundannahme, dass auch Präventivangriffe zur vorbeugenden Schwächung potentieller Feinde gerechtfertigt sind und sogar sinnvoll erscheinen.

3.) Ruhmsucht: Jeder Mensch ist darin bestrebt, ein möglichst gutes Selbstbild von sich nach außen zu projizieren und dieses ebenso von anderen bestätigt zu wissen. Dieses von Hobbes unterstellte, natürliche Grundbedürfnis nach sozialer Wertschätzung führt bei empfundenem Mangel daran zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die letztlich das Ansehen des Aggressors wiederherstellen oder steigern sollen.

Anzumerken wäre hierzu überdies, dass der Ausspruch vom „Krieg eines jeden gegen jeden“ nicht unbedingt wortwörtlich zu verstehen ist; vielmehr impliziert er, dass durch die ständig präsente und realistische Gefahr des Getötetwerdens dieser Zustand nur als Kriegszustand bezeichnet werden kann. Dabei betont Hobbes, dass es eben nicht die einzelnen Menschen wären, die sich bekriegen, sondern vielmehr die Herrscher untereinander mithilfe der einzelnen Menschen.[11]

Die zweite Komponente der Hobbesschen Bedingungen im Naturzustand umfasst den moralischen bzw. normativen Aspekt des menschlichen Seins. Hierbei definiert und differenziert Hobbes ein natürliches Recht und ein natürliches Gesetz. Während Letzteres als Naturgesetz formuliert für das Individuum bedeutet, sein Verhalten an einem allgemein akzeptierten Wertmaßstab auszurichten, gestattet ihm das Naturrecht hingegen, in eigener Ermessensfreiheit zu handeln.[12] Ohne auf die jeweiligen natürlichen Gesetze im Einzelnen eingehen zu können, fasst Hobbes diese ungeschriebenen Naturgesetze mit erstaunlicher Ähnlichkeit zum späteren „Kategorischen Imperativ“ Immanuel Kants schließlich wie folgt zusammen: "Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch"[13].

2.2 Der Gesellschaftsvertrag

Dieser beschriebene, chronische Kriegszustand ist nach Hobbes so unerträglich, dass die Menschen diesen Zustand aus perspektivischem Eigeninteresse der Selbsterhaltung auch unter Inkaufnahme naturrechtlicher Einschränkungen jederzeit zu überwinden bereit sind. Diese Aufgabe der Schaffung von Ordnung im Chaos, der Etablierung eines gesellschaftlichen Friedens, wird einer neugeschaffenen Autorität überantwortet. Diese Instanz namens „Staat“ kann den Kriegszustand dauerhaft aber nur dann beenden, wenn ihr das ausschließliche Machtmonopol durch die Individuen in einer „Gesellschaftsvertrag“ genannten Übereinkunft zuteil wird, denn im „Austausch“ eines Großteils ihrer natürlichen Rechte und Freiheiten bekommen sie ein laut Hobbes viel höherwertiges Gut zugesichert: dauerhaften, stabilen Frieden. Dabei gilt, dass dieser Vertrag nur solange Gültigkeit besitzt, wie der Souverän die dem Individuum darin zugesicherte Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit gewährleisten kann. Kann er es nicht, so erlangt das Individuum wieder seine vollständigen natürlichen Rechte zurück.[14]

Ob und welche Parallelen der angeführte Naturzustand im Vergleich zur buddhistischen Grundtheorie aufweist, wird folgend ersichtlich werden.

3. Die buddhistische Philosophie im Vergleich zum Naturzustand des Thomas Hobbes

3.1 Grundgerüst und Prämissen der buddhistischen Philosophie

„Viele westliche Denker, die die gelbgekleideten buddhistischen Mönche kennengelernt und in den großen Bibliotheken ihrer stillen Klöster gearbeitet haben, halten den Buddhismus für eines der erhabensten Gedankengebäude, das je vom menschlichen Geist errichtet worden ist.“[15]

Mit diesem Satz leitet Hans-Joachim Schoeps als Professor der Religions- und Geistesgeschichte in dem Buch „Die großen Religionen der Welt“ das Kapitel über den Buddhismus ein und deutet damit an, welch bestechende Erhabenheit ihm innewohnt. Diese in wenigen Sätzen ausformulierte Grundlogik der den Buddhismus bereits im Kern komplett erfassenden[16] „vier edlen Wahrheiten“ ist es, die diesem Kapitel als argumentativer Überbau dient. So soll auf diese Weise untersucht werden, ob ein Naturzustand dieser Richtung sichtbar gemacht werden kann und inwiefern Politik in diese Argumentationskette verwoben sein könnte, wobei mit der allgemein bestechenden, nicht auf einer speziellen Strömung beruhenden Philosophie des Buddhismus operiert wird: der Lehre von völliger Willensautarkie eines Individuums über sein eigenes Schicksal als Konsequenz der „vier edlen Wahrheiten“.

Für die wichtigsten Lehrinhalte der buddhistischen Argumentation dient der Pali-Kanon[17] als Hauptquelle der niedergeschriebenen Philosophie Siddharta Gautamas[18]. Entstehungsgeschichtlich sollte man wissen, dass diese Philosophie vergleichend in etwa in die Zeit der griechischen Vorsokratiker (600 bis 400 v. Chr.) fällt, noch lange also vor ersten sophisteischen und aristotelischen Entwürfen eines Naturzustandstheorem[19] [20].

      Reinhard Habeck

Wie aktuell sie noch heute ist, wird bei der Beantwortung politischer Grundsatzfragen und im Vergleich zu den oben ausgeführten Überlegungen Hobbes‘ ersichtlich. Für ein solides Verständnis dieser Philosophie ist es unabdingbar, die von einem anfänglichen Thronanwärter und später geläuterten Wandermönch während tiefer Meditation erlangte „Erleuchtung“ („Bodhi“) von (Er)Kenntnis der „vier edlen Wahrheiten“ und in diesem Zusammenhang natürlich auch die in fernöstlicher Philosophie uralte Begriffstradition des „Karma“ und der „Reinkarnation“ zu kennen. Wir bedienen uns bei der Untersuchung in diesem Teil im Grunde genommen also sechs markanter Thesen. Diese Prämissen bedürfen zu ihrem konsekutiven Verständnis einer wohlstrukturierten wie pointiert-erläuternden Darstellung als perspektivische Vorbereitung auf das nachfolgende, darauf aufbauende Kapitel eines hypothetisch buddhistischen Naturzustandes – ein eigens gewählter Ansatz zur Veranschaulichung der Grundthematik:

1.) Das Leben und Dasein ist (letztlich immer) von Leid, von einer in der Existenz verborgenen Unvollkommenheit geprägt[21] (1. edle Wahrheit). Der Erwachte sagt hierzu:

„Was ist nun das Leiden (duhkha)? Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Tod ist Leiden, Krankheit ist Leiden, mit Unliebem vereint zu sein ist Leiden, von Liebem getrennt zu sein ist Leiden, kurz die fünf Gruppen des Ergreifens (upadanaskandha) sind Leiden. Das heißt das Leiden.“[22]

Der Mensch strebt dauerhaft nach (s)einem Wohlergehen, nach einem Glückszustand; er agiert stets so, dass es ihm gut geht und versucht Leid zu meiden. Diesen Zustand wird er aber nicht nur nie dauerhaft erfahren, sondern wird allein durch das Streben nach diesem vergänglichen Glück ständig mit wiederkehrendem Leid konfrontiert werden – solange er nicht die Ursachen des Leids erkennt und seine Beendigung durch Beschreiten des aufgezeigten Pfades herbeiführt.

2.) Der Grund für das Leiden sind die drei Geistesgifte Gier, Hass und Nichtwissen (im Sinne von Unwissenheit über die Natur des Leidens[23]; 2. edle Wahrheit). Der Erwachte sagt hierzu:

„Was ist die Entstehung des Leidens (duhkhasamudaya)? Es ist der Durst (trsna), der zur Wiedergeburt führt, der von Wohlgefallen und Begierde begleitet da und dort Gefallen findet. Das heißt die Entstehung des Leidens.“[24]

3.) Erlischt die Ursache, erlischt das Leid (3. edle Wahrheit). Der Erwachte sagt hierzu:

„Was ist die Aufhebung des Leidens (duhkhanirodha)? Es ist die restlose Ablehnung und Aufhebung dieses Durstes, der zur Wiedergeburt führt, der von Wohlgefallen und Begierde begleitet da und dort Gefallen findet, sein Aufgeben und seine Unterdrückung. Das heißt die Aufhebung des Leidens.“[25]

4.) Der Weg in die Leidfreiheit erfolgt mittels Beschreiten des edlen, achtfachen Pfades (4. edle Wahrheit). Der Erwachte sagt hierzu:

„Und was ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg (duhkhanirodhagamini pratipat)? Es ist der edle Achtgliedrige Pfad, nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Wachsamkeit und rechte Sammlung. Das heißt der zur Aufhebung des Leidens führende Weg. Das, ihr Mönche, sind die vier edlen Wahrheiten.“[26]

jahrhundertluege buch

5.) Karma: "Die Absicht nenne ich Karma, ihr Mönche"[27] sagte Buddha und gibt damit eine grundsätzliche Interpretation von Karma vor. Es ist also der eigene Wille, die (egoistische) Motivation als universale Ursache jeder Wirkung – alles was Du denkst und tust kommt lehrend aber reflektiert wi(e)der. Als Verwirklichungsmechanismus der hervorgebrachten Gedanken und Handlungen dient also das „Karma“. Dieser immerwährende Kausalitätsgrundsatz von Ursache-und-Wirkung entfaltet seine Gültigkeit sowohl auf materieller wie auch auf geistiger Ebene[28]. Im weiteren Verlauf der Untersuchung wird dieses hochkomplexe System detaillierter vorgestellt. Letztlich verleiht das karmische Kausalprinzip dem Geist ein Primat über die Materie.

6.) Reinkarnation: Von Existenz zu Existenz durchlebt der Mensch fortwährend den Lebenskreislauf der Wiedergeburten („Samsara“), ist dem Leid und seiner Gesetze ständig wiederholt ausgesetzt. Der menschliche Körper dient bei diesem Erfahrungsprozess als materieller Wirt für ein stets reinkarnierendes Bewusstsein. Zu beachten gilt hierbei, dass auch das als „Ich“ empfundene Konstrukt keinem konstanten Selbst entspricht, sondern wie alles andere auch der ewig wandelnden Vergänglichkeit unterworfen ist, nur eine Illusion darstellt.

3.2 Der „Buddhistische Naturzustand“ – Entwurf einer neuen Argumentationsfigur

Der Buddhismus versteht sich vordergründig natürlich nicht als politische Theorie oder -Philosophie, daher liegen ihm beispielsweise konkret formulierte Vertragstheorien auch fern. Es kann aber versucht werden, anhand der von ihm in den Raum gestellten Hypothesen Rückschlüsse zur Beantwortung elementarer Fragen des menschlichen Seins zu ziehen – im Entwurf einer neuen Argumentationsfigur kann so auch der fiktive Moment des Gesellschaftsvertrags eines Naturzustandes aus buddhistischer Perspektive in neuer Deutung hergeleitet werden. Sodann wird ersichtlich, welch politische Handlungsempfehlungen uns das karmische Resonanzprinzip offeriert.

Transferieren wir die Überlegungen Hobbes über den Naturzustand des Menschen in die von Siddharta Gautama aufgezeigte Logik, so ergibt sich nach konsequenter Betrachtung ein recht schlüssiges Erklärungsmodell eines neuartigen Menschenbildes und Naturzustandes des Menschen – nennen wir ihn naheliegenderweise „Buddhistischen Naturzustand“. Ausgangsbetrachtung dazu sind die von Gautama postulierten drei Geistesgifte namens Gier, Hass und Nichtwissen, die als die drei grundsätzlichen Negativmerkmale und alles Leid-Erzeugende Absichten des Menschen gelten. Stellt man jetzt antagonistisch dazu die drei ihnen gegenüberliegenden Positivmerkmale als entsprechendes Antonym fest, so ergibt sich ein neuskizziertes Menschenbild eines neu gedachten, überherrschaftlichen Naturzustandes mit sechs Grundeigenschaften jedes menschlichen Individuums: der Gier steht die Selbstlosigkeit gegenüber, die Liebe dem Hass und das Wissen dem Nichtwissen. Die oben herausgearbeiteten Grundbedingungen des Hobbesschen Naturzustandes als Ausgangspunkt des menschlichen Seins entsprechen hier also diesen sechs Grundcharakteristika. Grafisch skizziert stellt sich das Ganze noch eindringlicher dar:

naturzustand hobbes buddhismus

Im Zentrum steht das Individuum, das denkende und empfindende „ICH“, das sich – in absoluter Willenshoheit[29] – in jeder Situation eigenverantwortlich für eines dieser Motive als Ausdruck seiner Absicht entscheiden kann. Jedem Gedanken und jeder Handlung liegen ein oder mehrere dieser sechs Grundattribute zugrunde, die letztlich dem karmischen Resonanzgesetz gemäß in gleicher Qualität reflektierend zum aussendenden Individuum als Teil eines selbstbedingten Lernprozesses – nicht als Rache[30] – spiegelbildlich zurückkehren, sodass der Mensch jederzeit selbst als Schöpfer und Zerstörer des eigenen Mesokosmos innerhalb des großen, ganzen (Makro-)Kosmos in Erscheinung tritt. Demnach ist ein Lottogewinn nicht das zufällige, glückliche Ergebnis mathematischer Wahrscheinlichkeit, sondern die Ernte einer selbstgesäten Saat. Dieser Logik nach gäbe es auch keinen Zufall[31], Glück oder Pech im herkömmlichen Sinne, sondern nur selbstgewählte Erfahrungen im Daseinskreislauf der ewigen Wiedergeburten („Samsara“). Dieses Gedankensystem bedingt einerseits den Anspruch eines universalkosmischen Gesetzes dieses Ursache-Wirkungsprinzips „Karma“ und birgt andererseits eine unglaubliche Komplexität[32] in sich: wann wessen Karma wo weshalb wirkt ist einfach nicht nachvollziehbar – der Sechser im Lotto könnte aus dem „(vorvor-)letzten Leben“ oder im hiesigen „angestaut“ worden sein und macht das karmische System damit empirisch betrachtet offenbar nicht (er)fassbar[33].

3.2.1 Neue Betrachtungsweise zum Gesellschaftsvertrag

Ableitbar aus den Schlussfolgerungen dieser Theorie ist auch eine Antwort auf die Frage des fiktiven Moments im Abschluss des Gesellschaftsvertrags. Diese in beidseitiger Einvernehmlichkeit beschlossene Verpflichtung zwischen Souverän und Individuum zum Schutz aller durch einen unter Aufgabe ihrer natürlichen Rechte bleibt als Moment ungeklärt, die „Unterzeichnung“ dieses Vertrages kann in Hobbes Schrift nicht plausibel hergeleitet werden. Anders die buddhistische Theorie, die unter logischer Berücksichtigung ihrer Gesetzmäßigkeiten diesen Moment der Unterzeichnung eines Gesellschaftsvertrages zum einen als Einverständniserklärung durch das im freien Willen selbsterschaffene Schicksal deuten würde, dass man sich dieses Souverän-Untertan-Verhältnis also durch eigenes Wollen in dieser Existenz erwählt hat und somit volle Legitimität durch alle Beteiligten gegeben ist. Und zum anderen scheint es für den als Mensch Inkarnierenden strikte Vertragsbedingungen zu geben: das wären zum Beispiel die oben abgeleiteten sechs Grundattribute des Menschen („Buddhistischer Naturzustand“), die ihm die Entfaltung seines Willens ermöglichen. Die Zustimmungstheorie verliert hierin ihren bei Hobbes und anderen Vertragstheoretikern noch unbestimmbaren, fiktiven Moment[34] und erklärt sich vielmehr als Ergebnis des freien Willens jedes Einzelnen.

Unabhängig von einer etwaig existierenden staatlichen Struktur, begleiten die genannten sechs Grundeigenschaften den Menschen unentwegt – der Naturzustand bleibt in dieser Argumentation entgegen den üblichen Naturzustandstheorien sowohl im vorstaatlichen Stadium wie auch unter staatlicher Herrschaft unverändert. Stattdessen stellt die einzige Möglichkeit zur Überwindung dieses „Buddhistischen Naturzustandes“ wie bekannt das Erlangen der „Erleuchtung“ („Bodhi“), der Austritt aus dem durch Karma erzeugten Daseinskreislauf der Wiedergeburten durch Wohlverhalten respektive Altruismus und unbeirrtes Beschreiten des edlen achtfachen Pfades dar. Auch hier würde er schließlich, wie vielen anderen Theorien zum Naturzustand ähnlich, als solcher überwunden und der Mensch fände nun eine Verbesserung der Lage vor: ein gewissermaßen dauerhaft leidloser Zustand durch Auflösung des Seelen-Ichs in der „unendlichen Ganzheit der Dinge“[35]; der Buddhist spricht hierbei von der „Einkehr ins Nirwana“.

3.3 Überlegungen zu politökonomischen und tiefenökologischen Handlungsempfehlungen als Konsequenz des „Buddhistischen Naturzustandes“

In diesem Kapitel sollen anhand des bisher erarbeiteten Materials ein Zusammenhang zur Beantwortung wichtiger politischer Fragen und das Aufzeigen der daraus deduktiv ableitbaren Handlungsempfehlungen für gesellschaftspolitisch sinnvolles Handeln aufgezeigt werden, denn die oben gewonnene Erkenntnis von den sechs Grundattributen des Menschen und ihrer Konsequenzen ist eine hervorragende Ausgangsposition für tiefergehende Betrachtungen auch und vor allem politphilosophischer Fragestellungen:

Begünstigt unser gegenwärtiges Gesellschaftssystem eine glücksversprechende Selbstentfaltung oder beruht es auf destruktiven Grundprinzipien? Wie sollten die Grundsätze politischen Handelns lauten und wo konkret wäre für Verbesserungen anzusetzen?

Je nach Herrschaftsform und jeweiligem Gegenwartszeitgeist erfahren die heilsamen bzw. unheilsamen Tugenden als Disposition unterschiedlich starke Ausgestaltung, wobei die gewohnt stark einflussnehmenden Sozialisationsumstände vom Individuum wiederum selbst bedingt wurden und so das Prinzip der Eigenverantwortlichkeit für alles dem Individuum Widerfahrende aufrechterhalten wird. Aus diesem Grund braucht es nur ein Gesetz zu geben, dass in der Gesellschaft von allen akzeptierte Gültigkeit besitzt: Man sollte sich stets ebenso verhalten, wie man es von anderen erwarten würden; also andere stets so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Diese Losung erinnert stark an Immanuel Kants kategorischen Imperativ und die im vorherigen Kapitel genannten Worte Thomas Hobbes‘. Man stelle sich vor, es gelänge, das Prinzip des Karmas empirisch exakt nachweisen zu können. Die Folge davon kann doch nur sein, von heute auf morgen eine grundfriedliche Gesellschaft vorzufinden, da niemand mehr schon allein des Selbstschutzes wegen anderen Schaden zufügt, um eben sein Karma nicht unnötig zu strapazieren („Altruismus aus Egoismus“). Konkret sollte das eigene Verhalten am Grundprinzip des edlen achtfachen Pfades oder auch der prinzipiengleichen zehn biblischen Gebote ausgerichtet werden – bis hin zum Einzug dieser Maxime in das Denken politischer Entscheidungsträger.

Wie es sich damit bezogen auf unser ökonomisches System verhält, wird der folgende Absatz zeigen.

Das heutige, kapitalistisch-marktwirtschaftliche System beruht ja grundsätzlich darauf, stets nach Profit, nach Maximierung des Gewinns zu streben. Dieses System fußt also auf dem Fundament der negativen, menschlichen Charaktereigenschaften, nämlich dem genannten „Geistesgift“ Gier: die Hauptantriebsfeder des menschlichen Daseins bzw. seiner (ökonomischen) Schaffenskraft wird im Kapitalismus gemäß seines Zwangs zu stetem Wachstum und ständigem Profit einzig durch die Gier bestimmt. An dieser Stelle bietet es sich an, in der karmischen Logik einen unübersehbaren Zusammenhang zur Theorie von Karl Marx zwecks Ermittlung alternativer Handlungsempfehlungen aufzuzeigen: Im marktwirtschaftlichen Kapitalismus ist wie aufgezeigt die Absicht tätig zu sein der Geldgier bzw. Kapitalakkumulation geschuldet. Also finden wir weitestgehend niederste Beweggründe für produktives Schaffen vor. Beweggrund, Intention und Absicht sind Synonyme für Karma. Karma heißt, dass jede Wirkung eine Ursache hat. Da alle Wirtschaftsteilnehmer dieses Systems täglich diesem Giertrieb ergeben, ja regelrecht nur dadurch im und am Leben sind, widerfährt ihnen vielfach mehr Leid, als wäre ihr Schaffen (wie von Marx gedacht[36]) auf die tatsächliche Bedürfnisbefriedigung der Menschen ausgerichtet und nicht auf Anhäufung von Reichtum. Tatsächlich finden wir heute eine steigende Rate von psychisch Kranken vor[37] [38], obwohl der materielle Wohlstand und die medizinische Forschung so fortschrittlich wie nie zuvor ausfallen. Auch wäre es so nur folgerichtig, der Allgemeinheit dienende, den Profit jedoch schmälernde Forschungsergebnisse zurückzuhalten[39] bis hin zum Ausschluss ganzer Ethnien bei der Berücksichtigung neuer Arzneimittelerforschung – wie erst kürzlich vom Pharmakonzern „Bayer AG“ öffentlich eingeräumt[40]. Weiterhin fördert, fordert und vertieft der kompetitive Wettbewerb als ständiges Gegeneinander der Menschen ihre negativen Grundeigenschaften, sodass eine Überwindung des wirtschaftlichen Konkurrenzdenkens – unter Kenntnisnahme als ehemaliges, doch mittlerweile überholtes Wohlstandselement – unerlässlich scheint.

Ungeachtet aller Schmähungen[41] kann daher als politökonomische Handlungsempfehlung einer Umsetzung der polit-ökonomischen Theorie Karl Marx‘ bzw. einer Reetablierung in den öffentlichen Diskurs der Vorzug gegeben werden. Wir finden also schon aus karmischer Sicht und Logik heraus schwer zu leugnende Argumente für die Errichtung nichtkapitalistischer Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme.

Der aus Vietnam stammende Zen-Meister und buddhistische Mönch Thich Nhat Hanh appelliert in seinem Buch „Die Welt ins Herz schließen. Buddhistische Wege zu Ökologie und Frieden“ darüber hinaus an jedes Individuum, durch kleine Schritte wie fleisch- oder autofreie Tage selbst aktiv an einer tiefenökologischen Verbesserung mitzuwirken und hielt dazu am 7. Oktober 2006 vor der UNESCO eine Rede.[42] Heute gilt der 22. September als weltweiter „autofreier Tag“ – die Alleinschuld für die globalen Umweltschäden also einzig und allein Konzernen zuzuschreiben, fehlt nach dieser Logik; vielmehr muss jedes Individuum von sich aus aktiv zu einer Verbesserung beitragen.

Die Quintessenz des buddhistischen Naturzustandes als allgemeine Handlungsempfehlung lässt sich schließlich in folgender Losung zusammenfassen: Wissend Liebe geben!

 

4. Schlussteil

4.1 Zusammenfassung

In aller Kürze ließen sich die Untersuchungsergebnisse zusammenfassend wie folgt darstellen: Das höchste Interesse eines jeden Individuums in dem vorstaatlichen Stadium des „Krieges aller gegen alle“ ist die eigene Unversehrtheit, der Wille zum Überleben. Diesem Wunsch gemäß scheint es laut Hobbes für das Individuum nur folgerichtig, eine Einschränkung seiner natürlichen, unbeschränkten Rechte durch einen übergeordneten Souverän zum Zwecke einer rechtsgeordneten, friedlichen und Sicherheit versprechenden Gesellschaft in einem sogenannten „Gesellschaftsvertrag“ zu akzeptieren. Sollte diese Autorität allerdings nicht mehr in der Lage sein, die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren oder gar selbst zur Bedrohung werden, erlischt der geschlossene Vertrag augenblicklich und die natürlichen Rechte erhalten wieder Gültigkeit. Diesem Gedankenexperiment des Naturzustandes und seiner Folgen liegt ein tendenziell einseitig egoistisches Menschenbild zugrunde, das in einem eigens erarbeiteten Ansatz einer Korrektur unterworfen wurde, woraus schließlich die neue Argumentationsfigur „Buddhistischer Naturzustand“ hervorging. Aus diesem neuen Argumentationsmuster heraus konnte die Plausibilität des Zustimmungsaktes zum Gesellschaftsvertrag ebenso schlüssig hergeleitet werden wie alternative Handlungsempfehlungen für Politik, Wirtschaft und Individuum.

4.2 Fazit

Als wichtigste Schlussfolgerung konnte also abseits der marxistischen Kapitalismuskritik aus einem völlig anderen, unkonventionellen Blickwinkel – der karmischen Konsequenz – heraus diese Systemkritik zementiert und so plausibel dargelegt werden, dass ein profitorientiertes Wirtschaftssystem nicht nur ungeeignet zur Lösung der globalen Problem erscheint, sondern auch substanziell dem Streben der Menschen nach Glück und Frieden diametral entgegensteht. Eine Patentlösung dazu hat natürlich auch diese Untersuchung nicht parat – wohl aber kann sie als kleiner Beitrag zur Etablierung eines ergebnisoffenen Diskurses über postkapitalistische Gesellschaftsentwürfe verstanden werden. Gemäß der aufgezeigten Logik des karmischen Kausalitätsprinzips sollte diese künftige Gesellschaft ihre Werte wissentlich an den Prinzipien der Liebe und der Selbstlosigkeit ausrichten, etwa der Kooperation statt Konkurrenz, einer Vermögensverteilung statt Kapitalakkumulation etc. Um dieses erstrebenswerte Ziel eines sozialfriedlichen Miteinanders zu erreichen, sind jedoch weitere Forschungen zur Thematik unerlässlich – gelänge es nämlich, wie auch immer, das karmische Prinzip wissenschaftlich exakt nachweisen zu können, fände dieser Wandel allein aus Eigeninteresse ganz von selbst statt, verkürzt in folgender Entwicklung vorstellbar: aus anfänglichem „Altruismus aus Egoismus“ hin zum Prinzip „wissend Liebe geben“ strebend – und mit dieser auf alle Bereiche anzuwendenden Handlungsempfehlung schließt diese Arbeit.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Primärquellen

– Bücher zum Buddhismus –

Ethan Nichtern
Preis: 3,95 EUR

Thich Nhat Hanh
Preis: 3,95 EUR

 

  • Hobbes, Thomas: Der Staat als Instrument eines aufgeklärten Egoismus, in: Hoerster, Norbert (Hrsg.): Klassische Texte der Staatsphilosophie, 7. Auflage, München 1992, S. 109-132.
  • Hobbes, Thomas: Leviathan. Aus dem Englischen übertragen von Jutta Schlösser. Mit einer Einführung und herausgegeben von Hermann Klenner, Hamburg u.a. 1996.
  • Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I. Der Produktionsprozeß des Kapitals, in: Marx, Karl/ Engels, Friedrich, Werke, Band 23, Berlin 1988.

5.2 Monographien

  • Becker, Michael; Schmidt, Johannes; Zintl, Reinhard: Politische Philosophie, 2. Auflage, Paderborn u. a. 2009.
  • Bruhn, Thomas: Theravada Buddhismus und politisches Engagement in Deutschland. Passt das zusammen, 2. Auflage, Norderstedt 2010.
  • Eggers, Daniel: Die Naturzustandstheorie des Thomas Hobbes. Eine vergleichende Analyse von The Elements of Law, De Cive und den englischen und lateinischen Fassungen des Leviathan, Berlin u.a. 2008.
  • Hanh, Thich Nhat: Die Welt ins Herz schließen. Buddhistische Wege zu Ökologie und Frieden, Berkeley 2008.
  • Kunz, Stefan: Der Begriff der Unendlichkeit und die Offenheit der Zeit. Interdisziplinäre Studien zu einem neuen Wirklichkeitsverständnis, Münster 2011.
  • Medick, Hans: Naturzustand und Naturgeschichte der bürgerlichen Gesellschaft. Die Ursprünge der bürgerlichen Sozialtheorie als Geschichtsphilosophie und Sozialwissenschaft bei Samuel Pufendorf. John Locke und Adam Smith, 2. Auflage, Göttingen 1981.
  • Michaels, Axel: Buddha. Leben. Lehre. Legende, München 2011.
  • Mohr, Siebeck: Ordnung in Freiheit. Symposium aus Anlass des 100. Jahrestages des Geburtstages von Walter Eucken am 17. Januar 1991, Tübingen 1992.
  • Park, Jongmae Kenneth: Die Lehren des Gautama Buddha. Eine Einführung in den Buddhismus, Münster 2006.
  • Partridge, Christopher: Das große Handbuch der Weltreligionen, Wuppertal 2006.
  • Schoeps, Hans-Joachim: Die großen Religionen der Welt, München u.a. 1968.
  • Seidenstücker, Karl: Die Lehren Buddha, Paderborn 2005.
  • Staudte, Bernd: Erlebte Mystik durch Yoga, Berlin 2011.
  • Stevenson, Ian: Reincarnation and Biology. A Contribution to the Etiology of Birthmarks and Birth Defects, Westport 1997.
  • Wuchterl, Kurt: Lehrbuch der Philosophie. Probleme. Grundbegriffe. Einsichten, 5. Auflage, Bern u.a. 1998.

5.3 Internetquellen

  • dpa-Meldung: „Studie: Immer mehr psychisch Kranke in Kliniken“, in: www.focus.de/politik/deutschland/krankenhaeuser-studie-immer-mehr-psychisch-kranke-in-kliniken_aid_649498.html [26.07.2011], zuletzt geprüft: 14.07.2016, 14:48
  • Nagarajan, Rema: "Pharma drug development only for wealthy countries?", in: timesofindia.indiatimes.com/business/india-business/Pharma-drug-development-only-for-wealthy-countries/articleshow/29456711.cms [27.01.2014], zuletzt geprüft: 14.07.2016, 14:47.
  • Reuters-Meldung: „Studie: Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank“, in: www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/studie-fast-40-prozent-der-europaeer-sind-psychisch-krank-a-784400.html [05.09.2011], zuletzt geprüft: 14.07.2016, 17:21.

jahrhundertluege buch

Beliebter Amazon-Bestseller zur Gesamtthematik

Fußnoten (in Endnoten der besseren Lesbarkeit wegen umgewandelt)

[1] Vgl. Becker, Michael; Schmidt, Johannes; Zintl, Reinhard: Politische Philosophie, 2. Auflage, Paderborn u. a. 2009, S. 33ff.

[2] Vgl. Hobbes, Thomas: Leviathan. Aus dem Englischen übertragen von Jutta Schlösser. Mit einer Einführung und herausgegeben von Hermann Klenner, Hamburg u.a. 1996, S. 102.

[3] Dieser Aspekt des hohen Stellenwertes der menschlichen Absicht (als Ursprung seines Handelns und Denkens) ist umso interessanter und daher im Hinterkopf zu behalten, da ebenjener Gesichtspunkt auch im nachfolgenden Kapitel über den „Buddhistischen Naturzustand“ in der Argumentation eine ganz zentrale Rolle spielt und das menschliche Dasein als wesentlicher Faktor mitbestimmt.

[4] Vgl. Becker, a.a.O., S. 34.

[5] Vgl. Hobbes, Thomas: Der Staat als Instrument eines aufgeklärten Egoismus, in: Hoerster, Norbert (Hrsg.): Klassische Texte der Staatsphilosophie, 7. Auflage, München 1992, S. 109-132, hier S. 110.

[6] Hobbes: Leviathan, a.a.O., S. 81f, 104, 118, 156 u. 404.

[7] Becker, a.a.O., S. 34.

[8] Vgl. Eggers, Daniel: Die Naturzustandstheorie des Thomas Hobbes. Eine vergleichende Analyse von The Elements of Law, De Cive und den englischen und lateinischen Fassungen des Leviathan, Berlin u.a. 2008, S. 61f.

[9] Hobbes: Der Staat, a.a.O., S. 111.

[10] Hobbes: Leviathan, a.a.O., S. 104.

[11] Vgl. Hobbes: Leviathan, a.a.O., S. 112f.

[12] Vgl. Becker, a.a.O., S. 35.

[13] Hobbes: Der Staat, a.a.O., S. 109 u. 421.

[14] Vgl. Hobbes: Der Staat, a.a.O., S. 94.

[15] Schoeps, Hans-Joachim: Die großen Religionen der Welt, München u.a. 1968, S. 42.

[16] Vgl. Park, Jongmae Kenneth: Die Lehren des Gautama Buddha. Eine Einführung in den Buddhismus, Münster 2006, S. 79.

[17] Der in der Sprache „Pali“ verfasste Pali-Kanon ist eine der ältesten Sammlungen der Lehrreden des Buddha Siddharta Gautama und dient als hauptsächliche Primärquelle vor allem vieler westlicher Übersetzer und Rezipienten.

[18] Die historische Person des Siddhartha Gautama lebte von etwa 563 bis 483 v. Chr. und wurde als Sohn eines reichen Königshauses aus dem Adelsgeschlecht der Shakya geboren, dessen Nachfolge er antreten sollte, mit 28 Jahren jedoch weltentsagend in die Hauslosigkeit auszog, um im Alter von 35 Jahren schließlich unter einer Pappelfeige die Erwachung („Bodhi“) zu erlangen.

[19] Vgl. Medick, Hans: Naturzustand und Naturgeschichte der bürgerlichen Gesellschaft. Die Ursprünge der bürgerlichen Sozialtheorie als Geschichtsphilosophie und Sozialwissenschaft bei Samuel Pufendorf. John Locke und Adam Smith, 2. Auflage, Göttingen 1981, S. 31.

[20] Vgl. Wuchterl, Kurt: Lehrbuch der Philosophie. Probleme. Grundbegriffe. Einsichten, 5. Auflage, Bern u.a. 1998, S. 172.

[21] Vgl. Partridge, Christopher: Das große Handbuch der Weltreligionen, Wuppertal 2006, S. 199f.

[22] Michaels, Axel: Buddha. Leben. Lehre. Legende, München 2011, S. 95.

[23] Vgl. Bruhn, Thomas: Theravada Buddhismus und politisches Engagement in Deutschland. Passt das zusammen, 2. Auflage, Norderstedt 2010, S. 20.

[24] Michaels, a.a.O., S. 95.

[25] Ebd.

[26] Ebd.

[27] Staudte, Bernd: Erlebte Mystik durch Yoga, Berlin 2011, S.24.

[28] Gleich wie da ein geworfener Stein (Ursache) nicht ohne Wellen auszulösen im Wasser aufschlägt (Wirkung), so verhält es sich auch auf immaterieller Ebene mit den hervorgebrachten Gedanken.

[29] Ohne sie explizit zu erwähnen, geht diese Theorie grundsätzlich von absoluter Willensfrei- und -hoheit des Einzelnen aus, da ansonsten Fremdbestimmung bzw. Fremdverantwortung vorläge und somit unverschuldete Ereignisse einträten, die nicht dem selbstbestimmten, jederzeit durch Wohltat umkehrbaren Wege des Individuums entsprächen. Der Wille, das Motiv, die Absicht, die immer mindestens einem der sechs Grundattribute zugeordnet werden kann und selbst heutzutage bei der juristischen Strafbemessung („Vorsatz“) erheblich berücksichtigt wird, ist der Ursprung all unseres Tun und Denkens – alles ist Wille, ist Gewolltes, ist Wollendes. Zuerst der Wille, dann die Tat. Aufgrund dieser Überlegenheit des Geistes über die Materie erhalten die sechs Grundcharakteristika einen umso höheren Stellenwert für die Bedeutung des menschlichen Strebens nach Glück und Wohlbefinden sowie auch für die medizinische Forschung, die ja selbst psychischen Krankheiten letztlich eine organische Monokausalität zuzuschreiben und Patienten entsprechend zu behandeln versucht.

[30] Das orientalische Volk der Paschtunen hat für diesen karmischen Vorgang in ihrem uralten Rechtskodex „Paschtunwali“ einen ungewollt präzisen Namen: „Badal“, das zweite Gesetz des Kodex, welches soviel heißt wie „Rache nehmen“ doch wörtlich übersetzt „Tausch“ bedeutet – dies soll verdeutlichen, dass also langfristig immer eine eintretende, universale „Gerechtigkeit“ zu erwarten ist, die viel mehr als eine Art Ausgleich („Tausch“) der Erfahrung wegen (nicht Bestrafung oder Rache!) fungiert, aber mit irdischen Worten nur schwer zu beschreiben ist, möchte man nicht normativ abgleiten.

[31] Das Wort „Zufall“ ließe sich in diesem Zusammenhang überdies durch ein(faches) Wortwörtlichnehmen wesentlich treffender erklären als allgemeinhin verstanden; die deutsche Sprache eignet sich durch ihre Präzision hierzu ganz ausgezeichnet: Fällt mir etwas anheim, so muss es doch auch von jemandem geworfen worden sein, bevor es mir schließlich zufällt. In der karmischen Theorie bin ich selbst durch meine Taten der Werfende, der sich für das Zurückkehren dieses „Bumerangs“ allein verantwortlich zeichnet und nun das vermeintlich zufällige Ereignis durchlebt – aus dieser Logik heraus ist ein Lottogewinn tatsächlich das Ergebnis eigenen Verhaltens, ebenso wie ein Leben als Dritte-Welt- oder Milliardärskind.

[32] Dieses schwer fassbare, hochkomplexe Geflecht aller miteinander in Verbindung stehenden Ereignisse wird oft ausgedrückt mit dem Satz „Alles ist mit allem verbunden“ und steht in Einklang mit den aktuellen Forschungsergebnissen der Quantenphysik, wodurch die deterministische Komponente des karmischen Kausalitätsgesetzes auch naturwissenschaftlich erstmals erklärbar erscheint. Vgl. Kunz, Stefan: Der Begriff der Unendlichkeit und die Offenheit der Zeit. Interdisziplinäre Studien zu einem neuen Wirklichkeitsverständnis, Münster 2011, S. 93.

[33] Die Ergebnisse der Reinkarnationsforschung des renommierten Biologie-Professors Ian Stevenson legen anhand hunderter, selbst untersuchter Fallbeispiele in seinem Hauptwerk „Reincarnation and Biology: A Contribution to the Etiology of Birthmarks and Birth Defects“ (Westport 1997) den Schluss nahe, dass der von vielen Religionen her bekannte Prozess der Reinkarnation beim Menschen tatsächlich stattfindet. Demnach stellt sich die Frage nach der Funktion, dem Ablauf des Mechanismus der Reinkarnation – wie sie vonstatten geht, nach welchem Regelwerk und Muster. Diese Lücke füllt das karmische Kausalitätsprinzip argumentativ voll aus, sodass Stevensons Forschung als bejahendes Indiz dieser Theorie gelten kann. Dennoch sind hierzu weitere Forschungen unerlässlich.

[34] Vgl. Mohr, Siebeck: Ordnung in Freiheit. Symposium aus Anlass des 100. Jahrestages des Geburtstages von Walter Eucken am 17. Januar 1991, Tübingen 1992, S. 35ff.

[35] Sofern irdische Worte Überirdisches überhaupt Imstande zu verdeutlichen sind, entspricht diese „Ganzheit der Dinge“ wohl „Gott“ im pantheistischen Sinne und müsste daher auch wertneutral grammatikalisch-korrekt betrachtet als Neutrum formuliert werden: „das Gott“.

[36] Vgl. Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. Buch I. Der Produktionsprozeß des Kapitals, in: Marx, Karl/ Engels, Friedrich, Werke, Band 23, Berlin 1988, S. 652.

[37] Vgl. dpa-Meldung: „Studie: Immer mehr psychisch Kranke in Kliniken“, in: www.focus.de/politik/deutschland/krankenhaeuser-studie-immer-mehr-psychisch-kranke-in-kliniken_aid_649498.html [26.07.2011], zuletzt geprüft: 14.07.2016, 14:48.

[38] Vgl. Reuters-Meldung: „Studie: Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank“, in: www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/studie-fast-40-prozent-der-europaeer-sind-psychisch-krank-a-784400.html [05.09.2011], zuletzt geprüft: 14.07.2016, 17:21.

[39] Dieser Widerspruch, diese Ambivalenz zwischen gesellschaftlichem Allgemeinwohl einer- und privatem Eigeninteresse andererseits lässt sich beispielhaft an folgendem Gedankengang mit der Frage festmachen, ob denn ein Pharmakonzern überhaupt an einer allgemeinen Gesundung interessiert wäre und ein etwaiges „Panazee“ bereitwillig zur Verfügung stellen oder gar gezielt entwickeln würde; schließlich würde er sich ja damit seiner eigenen Existenzgrundlage wesentlich berauben und daher diesen Konflikt zwischen unheilsamer Gier und heilsamer Selbstlosigkeit nur unter völlig neuen, politökonomischen Rahmenbedingungen lösen können.

[40] Es handelt sich hierbei um ein neues Krebsmedikament namens „Nexavar“, das zwar für den westlichen, aus Kostengründen aber nicht für den indischen Markt entwickelt, getestet und zugelassen wurde. Vgl. Nagarajan, Rema: "Pharma drug development only for wealthy countries?", in: timesofindia.indiatimes.com/business/india-business/Pharma-drug-development-only-for-wealthy-countries/articleshow/29456711.cms [27.01.2014], zuletzt geprüft: 14.07.2016, 14:47.

[41] Zur Verteidigung der marxschen Idee wird nun in einem kurzen Gedankenexkurs gezeigt, weshalb die selbst unter Geschichtswissenschaftlern weit verbreitete Annahme vom angeblich schon vorhandenen oder gar gescheiterten Sozialismus irrt. Unstrittig ist, dass Marx ein geschichtsphilosophisches Modell entwarf, nach dem der Mensch in seiner ersten historischen Epoche in dem von ihm bezeichneten Urkommunismus (der Urgesellschaft, dem quasi marxistisch-historischen Pendant zum „klassischen Naturzustand“) noch klassenlos lebt, ehe sich daraus die Sklavenhaltergesellschaft entwickelte, der die Feudalgesellschaft folgte, welche wiederum in die bis heute andauernde Gegenwartsepoche des Kapitalismus mündete, dessen Nachfolger eines Tages das Gegenwartssystem ablöst und wie alle Epochen zuvor eine wesentliche Verbesserung zum Vergangenen darstellt sowie eine völlig neue Ordnung hervorbringt – die laut Marx eben die Epoche des Sozialismus wäre und die selbst wiederum in den Kommunismus münde. Da wir aber bis heute eine globalkapitalistische Gesellschaft vorfinden, kann doch auch ihr postkapitalistischer Nachfolger Sozialismus bisher unmöglich in Erscheinung getreten sein – gleich wie im Hochfeudalismus niemals kapitalistisch hätte produziert werden können, so wenig hat bisher der Sozialismus irgendwo in der von Marx und Engels postulierten Form existieren können; auch wenn sich einige autoritäre Regime zu Legitimationszwecken diesen Stempel verpassten (Vgl. DDR, UdSSR, China, Nordkorea, etc.).

[42] Thich Nhat Hanh führt hierbei neben dem Mitgefühl für die in Massenhaltung geschlachteten Tiere vor allem den hohen Getreidebedarf von ca. 10 Kg pro 1 Kg Fleisch an, der eine Bekämpfung des Welthungers erschwere und zudem hohe Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid freisetzt. Vgl. Hanh, Thich Nhat: Die Welt ins Herz schließen. Buddhistische Wege zu Ökologie und Frieden, Berkeley 2008, S. 40f u. 98.

– Anzeige Partnershop-
amazon-gif-grewi-2

Andere Artikel dieses Blogs:

Ein Gedanke zu „Der Naturzustand des Thomas Hobbes im Vergleich zur buddhistischen Philosophie Siddharta Gautamas

  1. Pingback: Rückführung in früheres Leben – Erfahrung einer Hypnose Reinkarnationstherapie | Grenzwissenschaftler.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.