Schlagwort-Archive: Wirtschaft

Deutschlands Goldreserven im Ausland – Hintergrund, Bedeutung und aktuelle Perspektive eines grundsätzlichen Problems

Nach offiziellen Zahlen beherbergt Deutschland tatsächlich den zweitgrößten Goldschatz der Erde – große Teile davon lagern allerdings im Ausland. Wieso dem so ist, was von der Echtheit des „deutschen Goldes“ zu halten ist, welcher Zusammenhang zur ominösen „Kanzlerakte“ vorliegt, ob genügend Gold zur Deckung der Währung Dollar oder Euro physisch überhaupt vorhanden ist und  weshalb Kritiker des Geldsystems von Gold als Währungsdeckung schon aus historischen Gründen nichts halten, wird folgend unter Zuhilfenahme vieler öffentlich zugänglicher Quellen sowie Aufsätzen verschiedener Akademiker für den alternativdenkenden Leser detailliert ausgeführt.

Was machen deutsche Goldreserven im Ausland?

Im November 2011 startete überraschenderweise  in den deutschen Zeitungen eine große Diskussion um die deutschen Goldreserven, allen voran titelte „Die Welt“: Das große Ringen um Deutschlands Gold. Wenn man den offiziellen Medien Glauben schenkt, wehrte sich die Deutsche Bundesbank – aus gutem Grund – mit Händen und Füßen gegen die Bestrebungen einiger Juristen der EZB, die Währungsreserven in einem Fonds bündeln zu lassen, damit dieser den Euro-Rettungsfonds EFSF stärkt. Nur das Problem dabei ist, dass sich das deutsche Gold – was nur Wenige wissen – nicht in deutschen Händen befindet. Es wird nämlich zum allergrößten Teil in den Kellern der Federal Reserve Bank (FED) in New York gelagert. Mit anderen Worten, unter dem Straßenpflaster von Manhattan und nicht, wie man annehmen sollte, in Fort Knox.

der grosse neustart

Bestseller Nr. 1 in Finanzwissenschaft

Die Lagerung des deutschen Goldes ist ein kleines Staatsgeheimnis, welches von Bundesbank und Bundesregierung gleichermaßen unter Verschluss gehalten wird. Bundeswirtschaftsminister Rösler erklärte 2011, dass die deutschen Goldreserven unantastbar bleiben müssten, womit er Recht hat; sie sind unantastbar – auf jeden Fall für Deutschland!

Da Gold nie Pleite gehen kann, ist Gold die letzte Reserve im Ernstfall, aber nur, wenn es nicht verliehen wurde bzw. im eigenen Tresor liegt. In einem Worst-Case-Szenario, bzw. bei schweren Wirtschafts- und Währungsturbulenzen, bringen die ca. 3.446 Tonnen des deutschen Goldes nur dann Rettung, wenn sie hierzulande zur Verfügung stehen. An dieser Stelle sei angemerkt: Andere Meinungen zur grundsätzlichen Funktionsfähigkeit goldgedeckter Währungen von Kritikern des Geldsystems finden sich am Schluss als Theorieteil.

Mittlerweile ist durchgesickert, dass Mitglieder des Bundeskabinetts hinter vorgehaltener Hand in der Vergangenheit verrieten, Weiterlesen

Wissenschaftliche Zinskritik Teil 2 – der Josephspfennig

Heute eine Fortsetzung unseres neulich begonnenen Exkurses in die wissenschaftliche Zinskritik der Volkswirtschaft, oder besser: in die Kritik der sich in mathematischen Formeln verlierenden Theorie der neoklassischen Wirtschaftsschule (heutiger Lehrstandard), die den Zins unhinterfragt unter den Mantel des „Transmissionsmechanismus“ in ein wirres Geflecht realitätsferner Annahmen zerrt.*

Wir erinnern uns: die Aufgabe des Zinses liegt darin, Geld nicht dem Wirtschaftskreislauf durch Horten (zB. „Zuhause unterm Kopfkissen“) entziehen zu lassen, sondern durch seinen Anreiz als leistungsloses Einkommen Geldbesitzern das Zurückfließen ihres Geldes in die Wirtschaft zu ermöglichen. Der Zins sorgt also dafür, dass ständig genügend Geld im Umlauf ist, damit es nicht zu Störungen im Warenaustausch kommt. Diese Funktion als Geldumlaufsicherung wiegt aber seine vielen Nachteile nicht einmal ansatzweise auf: Dass jegliches auf Zins und Zinseszins basierende Geldsystem langfristig wie unausweichlich zu tiefgreifenden Verwerfungen ökonomischer, politischer, sozialer und ökologischer Art führen MUSS, sei folgend mit dem Beispiel des sog. „Josephspfennig“ (auch Josefpfennig) illustriert – ein die Problematik stark vereinfachendes, doch die negativen Grundprinzipien des Zinses im Kern unleugbar aufzeigendes Beispiel. Weiterlesen

Wissenschaftliche Zinskritik Teil 1 – Funktion und Herausbildung des Zinses

Die meisten haben sicherlich schon mal von unserem grundsätzlich defekten Geldsystem gehört, das durch den Zins und Zinseszins eine Vielzahl problematischer Verwerfungen verursacht. Zum Beispiel führt das exponentielle Wachstum (Richtung Unendlichkeit) einer jeden verzinsten Geldschuld zwangsweise und unaufhebbar zu einer in der Summe nicht mehr abzahlbaren Verschuldung, wodurch große Schuldner wie Staaten zwangsweise Bankrott gehen müssen – während sich der Reichtum immer weiter bei einer Minderheit der Geldbesitzer unaufhaltsam vermehrt, die große Mehrheit aber immer weiter verarmt („Arm-Reich-Schere“).

– Anzeige Partnershop-
amazon-gif-grewi-2

Dies ist keine Ideologie oder Propaganda, sondern ein leicht nachprüfbares Modell der Realität eines zinsbehafteten Geldsystems – ein solches System muss immer wieder zwangsläufig in einem riesigen Crash zusammenbrechen. Aus diesem Grund ist es auch völlig absurd, Griechenland immer wieder Rettungspakete hinterher zu werfen – allein mathematisch bedingt ist das Tilgen der Staatsschuld unmöglich. Dies trifft aber auch auf nahezu alle Staatshaushalte zu, auch Deutschland kann realistisch betrachtet seine billionengroße Schuld niemals zurückzahlen. Weiterlesen

Politik-Dozent nimmt Stellung zu Bilderberg-Konferenz: "kenne sie nicht"

bilderberg symbol foto pyramide

Hervorragendes Symbolbild zum Charakter und Verhältnis der Bilderberger zu ihren Bürgern

Wie das jüngste Beispiel um Prof. Sönke Neitzel zeigt, ist es sehr wichtig, alternatives Wissen in die Mainstream-Wissenschaft zu tragen. Dies lässt sich zum Beispiel über entsprechende Themenauswahl in der eigenen Hausarbeit bewerkstelligen – oder bestenfalls in einer Vorlesung mit hunderten von Zuhörern. Letzteres schien mir hierzu die bessere Wahl zu sein, und so schrieb ich unserem Dozenten für Politikwissenschaft eine E-Mail mit Fragen über „die Bilderberger“ und ob er sie nicht in der nächsten Vorlesung über Massenmedien behandeln kann. Zudem wollte ich eine schriftliche Stellungnahme von ihm per Mail erhalten. Die Original-Mail ist unten angehängt zu finden.

– Anzeige Partnershop-
amazon-gif-grewi-2

Leider antwortete er mir auf diese E-Mail nicht. Dennoch war ich (etwas) positiv überrascht, als er die Email plötzlich inmitten der Vorlesung anführte und kurz Stellung zu den Bilderberg-Konferenzen nahm. Aber wirklich auch nur kurz. Er führte dann ein -wörtlich- „weiteres Konferenzformat“ an, nämlich die der Bilderberger, von denen er bislang aber noch nie etwas gehört hatte. Man sieht also, dass die Geheimhaltung der Bilderberg-Organisatoren und -teilnehmer bis in die Wissenschaften und Fakultäten Einzug findet – eine respektable Leistung!

Allerdings verlor der Dozent keine einzige kritische Silbe über sie, hinterfragte den konspirativen Charakter ebenso wenig wie er die Fragen aus meiner Mail schon nicht beantwortete, obwohl nicht nur die Frage nach der Präsenz dieser Konferenz in der wissenschaftlichen Literatur von großer Bedeutung ist, sondern auch die Frage nach der Vereinbarkeit von einem teilweise aus öffentlichen Geldern finanzierten Eliten-Treffens (Sicherheitspersonal bspw.; auch der Bundestag übernahm schon Reisekosten deutscher Teilnehmer) mit den Grundprinzipien einer transparenten Demokratie; ob der demokratische Willensbildungsprozess nicht durch solche Treffen unterminiert wird und wie plausibel ein vorgeblich rein privates, apolitisches Treffen der Beteiligten wirklich ist oder ob dies nur ein Vorwand zur Nichtablegung von Rechenschaft darstellt.

Oder weshalb kein Wort und kein Bild davon in den Medien auftauchen und schon gar nicht öffentlich diskutiert werden, obwohl sonst jeder Schritt und Tritt der dort anwesenden Politiker medial dokumentiert wird. Weiter sagte er, die Bilderberg-Konferenz sei ein „typisches Format, wo man die Abhängigkeitsverhältnisse der Akteure beobachten kann“. Laut ihm stelle sich hier (nur) die Frage, ob es bei diesen Treffen um „einen wechselseitigen Einfluss gehe oder um einen Austausch“. Das war’s! Keine kritische Betrachtung, keine kritische Frage, einfach nichts!

 

Fassen wir seine Anmerkungen zusammen:
  • die Bilderberg-Treffen sind nur ein weiteres „Konferenzformat“
  • er als Politikwissenschaftler hat davon jedoch noch nie gehört
  • ist ein typisches Format, wo man die Abhängigkeitsverhältnisse der Akteure beobachten kann
  • die Frage ist, ob es dort um einen wechselseitigen Einfluss geht oder um einen Austausch
Sofort nach seiner sehr kurzen Ausführung dazu breitete sich eine länger anhaltende Unruhe im Saal aus – es bestand offensichtlich Diskussionsbedarf, wenngleich er meiner Bitte nach einer Diskussion nicht nachkam. Insgesamt bekam man den Eindruck, dass er so schnell wie möglich das Thema abhandeln wollte. Löblich, dass er überhaupt darauf einging. Unrühmlich jedoch, wie er es kleinredete und unkritisch den Studenten „erklärt“ hat. Für die Zukunft nehme ich vor, diese E-Mail an dutzende von Dozenten verschiedener Universitäten zu schicken, unter der Vorgabe, ich sei bei ihnen Teilnehmer der Vorlesung und würde dazu gerne in der nächsten Sitzung mehr wissen. So erhalten wir 1. vielleicht auch mal schriftliche Stellungnahmen dazu und 2. bringen wir das Thema der Bilderberger zu den Studenten und Professoren und damit direkt in den wissenschaftlichen Diskurs – steter Tropfen höhlt den Stein. Die Ergebnisse bekommt ihr selbstverständlich hier dann präsentiert!

Literatur zum Thema:

Hier noch die E-Mail an den Dozenten bezüglich der Bilderberg-Konferenz

Sehr geehrter Herr Dr. XXX,

ich hätte einige Anmerkungen und Fragen zu unserer letzten Sitzung „xxx“:
  1. Frage: Haben Sie schon einmal von der „Bilderberg-Gruppe“ gehört?
Wikipedia schreibt zu ihnen einleitend: „Die Bilderberg-Konferenzen sind informelle, private Treffen von einflussreichen Personen aus Wirtschaft, Militär, Politik, Medien, Hochschulen und Adel.“  (http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz ). Man kann also sagen, dass sich hier die westliche Elite (Regierungschefs, Minister, Verlagseigner, Chefredakteure, Großkonzern- und Bankvorstände,  etc.) hinter verschlossenen Türen einmal jährlich an wechselnden Orten und Ländern auf Teilkosten der Steuerzahler geheimniskrämerisch versammelt. Wurde anfangs (Gründung 1954 im niederländischen Hotel Bilderberg) und lange Zeit danach überhaupt nicht darüber berichtet, so konnte man im Zuge des Internets auch die Massenmedien dazu drängen, einige (wenige) Zeilen darüber zu schreiben; nicht jedoch von den daran teilnehmenden Medienvertretern. Es ist schon merkwürdig, dass nicht einmal Fotos dieser Treffen in den Medien auftauchen […][es] wird quasi nicht eine Zeile darüber verloren – was im Gegensatz dazu jedoch beim G8 bzw. G7 Gipfel  medial los ist, können wir alljährlich erleben. Warum ist das so? Das könnten Sie ja in der letzten VL vielleicht einmal erläutern. Auch, wie denn möglichst transparente Demokratie mit völlig intransparenten Zusammenkünften einflussreicher Milieus zu vereinbaren sind – zumal der Steuerzahler teilweise für die Kosten (Sicherheitspersonal, Reisekosten) dafür aufkommen muss!

„Der Münchener Mediensoziologe und Publizist Rudolf Stumberger äußerte über die Bilderberg-Konferenz 2010, er habe kein Verständnis dafür, „dass verantwortliche Redakteure etwa der Wochenzeitung Die Zeit schon über viele Jahre eng mit den Bilderbergern verflochten sind und dennoch wie alle anderen teilnehmenden Journalisten nie auch nur eine Zeile über die Konferenzen berichten“. (Wikipedia entnommen)

UND

„Der belgische Soziologe Geoffrey Geuens von der Université de Liège missbilligt die zwanghafte Geheimhaltung der Bilderberger, schließt sich aber keiner Verschwörungstheorie an. Er benutzt das Beispiel der Bilderberger, um aufzuzeigen, wie Macht funktioniert und welche engen Beziehungen zwischen Politik, Wirtschaft und den Medien bestehen.“ (Wikipedia)

 Auch die Öffentlichkeit ist an der Finanzierung der Bilderberg-Konferenzen beteiligt:
„Wie bei der Konferenz 2011 in der Schweiz bekannt wurde, haben sich der Veranstalter und der Bund die Kosten für die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen geteilt.Wie hoch diese Kosten waren und wie das bei anderen Konferenzen gehandhabt wurde ist nicht bekannt. Die Kosten für die Anreise zur Konferenz sollen die Teilnehmer selbst tragen. Im Jahr 2008 wurde bekannt, dass die Reisekosten von Eckart von Klaeden (Teilnehmer der CDU) vom Deutschen Bundestag übernommen wurden. Nachdem der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) im darauffolgenden Jahr an der Konferenz teilnahm, gab es eine parlamentarische Anfrage über Details zu den Inhalten der Konferenz sowie der Motivation und Finanzierung von Faymanns Konferenz-Teilnahme. Jener antwortete ausweichend.“ (Wikipedia)

Ich wette, mindestens 90-99% der anwesenden Studenten haben noch nicht einmal den Begriff „Bilderberger“ oder „Bilderberg-Konferenz“ je gehört – umso mehr sollten Sie hier Aufklärung leisten und diskutieren lassen: Sind bzw. können die Treffen wirklich rein privat und apolitisch sein und somit gefahrlos für den demokratischen Entscheidungsprozess (wieso aber muss dann der Steuerzahler für einen Teil der Kosten aufkommen und erfährt nichts darüber, weshalb die Geheimniskrämerei?) – oder wird hier unter Ausschluss der Öffentlichkeit „eiskalt Weltpolitik betrieben“?

Abschließend hätte ich noch eine diesbzgl. Frage zur Wissenschaftsliteratur: Inwiefern werden die Bilderberg-Konferenzen in der (Politik-)Wissenschaft diskutiert? Welche/r Literatur/Autor beschäftigt sich damit oder ist es gar ein noch recht unerschlossenes Forschungsfeld?
Die Brisanz dieser Thematik ist unzweifelhaft gegeben und daher bitte ich Sie dringlichst um eine ausführliche Antwort per E-Mail und in der Vorlesung.
Vielen Dank und liebe Grüße,
XXX

– Anzeige Partnershop-
amazon-gif-grewi-2